US-Finanzministerium erteilt CBDC-Plänen eine Absage und setzt auf Stablecoin-Regulierung
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat Pläne für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) der US-Notenbank Federal Reserve verworfen. Der US-Senat hat zuletzt ein Gesetz verabschiedet, das CBDCs bis 2030 untersagt. Als Begründung werden Risiken staatlicher Überwachung genannt.
Finanzminister Scott Bessent bekräftigte diese Linie auf einer Pressekonferenz. Die Administration habe "sehr klar" gemacht, dass es keine CBDC geben werde. Eine solche Währung sei aus seiner Sicht ein erster Schritt in Richtung Nachverfolgung, deshalb sei das Thema "vom Tisch". Stattdessen stelle die Regierung die Regulierung von Stablecoins sowie den CLARITY Act in den Vordergrund, um Krypto-Investitionen in die USA zurückzuholen. Das bezeichnete Bessent als den "wichtigen Punkt".
CBDCs gelten als staatliches Pendant zu Stablecoins: Sie würden von einer Zentralbank ausgegeben, nicht von privaten Anbietern wie Circle oder Tether. Befürworter sehen darin ein Instrument zur Sicherung monetärer Souveränität und zur Steuerung der Geldmenge, ähnlich wie bei physischem Fiatgeld im Umgang mit Inflation. Kritiker verweisen auf diskutierte Funktionen wie das verdeckte Einfrieren von Guthaben oder begrenzte Gültigkeitsdauern zur Verhinderung von Hortung, die Überwachungsängste verstärken.
International verschiebt sich die Debatte zunehmend auf die Frage, ob Zentralbanken eher "Wholesale"-CBDCs für hochwertige Zahlungen zwischen Staaten und großen Finanzinstituten prüfen sollten oder "Retail"-CBDCs, die im Alltag mit Stablecoins konkurrieren würden. Angesichts der breiten Stablecoin-Nutzung erscheinen Wholesale-Anwendungen, etwa für grenzüberschreitende Transaktionen zwischen Großbanken und Staaten, für viele Akteure plausibler.
Viele Zentralbanken untersuchen diesen Bereich über Project Agora, unterstützt von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS). Ob bei späteren Live-Tests CBDCs tatsächlich eine Rolle spielen, ist bislang offen. Nach Stand Ende 2025 befassten sich 91% der Zentralbanken mit CBDCs. Im Jahr 2026 haben Kenia, die Philippinen, Kanada, Dänemark, Norwegen, Finnland und die USA ihre CBDC-Vorhaben eingestellt. Beobachter weisen zugleich darauf hin, dass die USA das Thema nach 2030 erneut aufgreifen könnten.
Laut CBDC-Tracker-Daten haben bisher nur vier Länder eine CBDC eingeführt: Nigeria, Kasachstan, Jamaika und die Bahamas. In anderen Ländern laufen Forschung oder Pilotprojekte, darunter Chinas eCNY und Indiens e-rupee.
Zusammenfassung: US-Finanzminister Bessent schließt CBDC-Pläne unter der Trump-Regierung aus und setzt stattdessen auf Stablecoin-Gesetzgebung. Weltweit prüfen rund 100 Länder CBDCs in Forschungs-, Entwicklungs- oder Pilotphasen.