Spot-XRP-ETFs verzeichnen Zuflüsse von 1,3 Mio. US-Dollar trotz Kursrückgang

US-Spot-ETFs auf XRP haben nach mehreren Wochen mit Abflüssen wieder kontinuierliche Zuflüsse verzeichnet. Zuletzt flossen am Vortag rund 1,3 Mio. US-Dollar in die Produkte. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit Mitte März an Dynamik gewinnt und bei Marktbeobachtern als mögliches Signal für eine strukturelle Veränderung im Anlageverhalten rund um XRP gilt. Seit dem Start im November 2025 summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse in XRP-ETFs laut Bloomberg-Analyst James Seyffart auf mehr als 1,4 Mrd. US-Dollar. Das geschieht trotz deutlicher Kursschwäche: XRP gab in den vergangenen 90 Tagen um rund 33% nach und lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa 1,38 US-Dollar. Bloomberg-ETF-Stratege Eric Balchunas bezeichnete die Zuflüsse vor diesem Hintergrund als bemerkenswert und verwies darauf, dass XRP im betrachteten Zeitraum einen Rückgang von 45% verzeichnet habe. Die anhaltenden Käufe führt er eher auf besonders überzeugte Anleger als auf kurzfristig orientierten Retail-Handel zurück. Im Vergleich zu klassischen "Sicheren Häfen" fällt die Entwicklung auf. JPMorgan berichtet, dass Gold-ETFs in einem dreiwöchigen Zeitraum bis in den März hinein nahezu 11 Mrd. US-Dollar an Abflüssen verzeichneten, mit ähnlichen Verlusten bei Silber-Produkten. Steigende Zinsen und ein stärkerer US-Dollar belasteten Edelmetalle, während Bitcoin- und XRP-ETFs Nachfrage anzogen. Laut JPMorgan gewannen Bitcoin-Spot-Fonds während jüngerer geopolitischer Spannungen rund 1,5% an neuen Mitteln. Analysten sehen darin Hinweise, dass Investoren Bitcoin und XRP zunehmend als Alternativen zu traditionellen Schutzanlagen betrachten. Die anhaltenden Zuflüsse werden auch mit veränderten Zugangswegen erklärt. Ripple-CEO Brad Garlinghouse wertete die Entwicklung als Ausdruck langfristigen Potenzials nach dem Gerichtserfolg des Unternehmens gegen die US-Börsenaufsicht SEC. Die regulatorische Zulassung der ETFs erleichtere institutionellen wie privaten Investoren den Zugang, straffe das verfügbare XRP-Angebot und erhöhe die Attraktivität regulierter Anlagevehikel. Frühe Muster erinnern an die Einführung der US-Spot-Bitcoin-ETFs, als aufeinanderfolgende Zuflüsse rasch Kapital bündelten und das frei handelbare Angebot verringerten. Marktdaten zeigen, dass institutionelle Händler Engagements in Gold und Silber reduzieren, Bitcoin-Allokationen aber beibehalten. Trendfolgefonds wechselten von "überkauft" auf "unter neutral" und beschleunigten so Abflüsse aus Edelmetallen. Bei Bitcoin stabilisierte sich die ETF-Nachfrage und stützte eine Handelsspanne von 68.000 bis 70.000 US-Dollar. XRP-ETFs sind zwar kleiner, zeigen aber eine ähnliche Entwicklung: Mitte März näherten sich die Nettovermögen der Marke von 1 Mrd. US-Dollar, rund 1,16% der XRP-Marktkapitalisierung. Einige Verwahrer entziehen Börsen zur Hinterlegung neuer ETF-Anteile Schätzungen zufolge knapp 1% des umlaufenden XRP-Angebots. Die Kombination aus stetigen Zuflüssen, regulatorischer Rückendeckung und wachsender institutioneller Beteiligung dürfte das Wachstumspotenzial der XRP-ETFs in den kommenden Monaten weiter stützen.