US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen wöchentliche Nettoabflüsse von 1,72 Mrd. US-Dollar – BlackRocks IBIT an der Spitze
US-Spot-Bitcoin-ETFs haben in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von insgesamt 1,72 Mrd. US-Dollar verbucht, wie Daten von SoSoValue zeigen. Den größten Anteil trug BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT): Der ETF verzeichnete Nettoabflüsse von 1,34 Mrd. US-Dollar – die höchste wöchentliche Rückgabe seit dem Start des Fonds im Januar 2024. Insgesamt war es der stärkste Wochenabfluss im US-Markt für Spot-BTC-ETFs seit Februar 2025.
Andri Fauzan Adziima sieht den US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) für Mai 2026 als wichtigsten Auslöser. Der stärker als erwartete Arbeitsmarkt habe die kurzfristigen Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed gedämpft. Analysten betonten, dass die Erholung von Bitcoin am Wochenende eher auf eine technisch überverkaufte Marktlage zurückzuführen gewesen sei als auf eine spürbare Verbesserung des makroökonomischen Umfelds.
Warum das wichtig ist: Rücknahmen bei ETFs können die Spot-Nachfrage verringern und Bitcoin anfälliger für Signale aus der Makro-Liquidität machen.
Marktstimmung: Bärisch, Risk-off, flow-getrieben, De-Risking.
Begründung: Die wöchentlichen Nettoabflüsse von 1,72 Mrd. US-Dollar deuten auf nachlassende institutionelle Nachfrage nach BTC-Exposure.
Vergleichbare Fälle: Im März 2024 erreichten die GBTC-Abflüsse am 18. März 643 Mio. US-Dollar. Bitcoin fiel um 4% und notierte während des ETF-Verkaufsdrucks über 65.000 US-Dollar. (CoinDesk)
Unterschied: Aktuell steht IBIT und der breite wöchentliche Rücknahmedruck bei Spot-BTC-ETFs im Fokus, nicht die Abflüsse aus dem Legacy-Effekt der GBTC-Umwandlung.
Folgewirkungen: ETF-Rücknahmen könnten einen direkten institutionellen Nachfragekanal für BTC schwächen und die Abhängigkeit von der allgemeinen Risikoappetit-Lage erhöhen. Halten die wöchentlichen Rücknahmen an, könnte die Spot-Liquidität empfindlicher gegenüber Zins- und Renditeerwartungen bleiben. Stabilisieren sich die ETF-Flüsse bei veränderten Makrobedingungen, dürfte dieser Belastungskanal an Wirkung verlieren.
Chancen & Risiken
Chancen: Sobald ETF-Flüsse nicht mehr von breit angelegten wöchentlichen Rücknahmen geprägt sind, kann ein Positionsaufbau als mögliches Trendsignal gelten. Eine Erholung Mitte bis Ende Juni hätte mehr Aussagekraft, wenn sich parallel auch das Makroumfeld verbessert.
Risiken: Bleiben die Abflüsse Anfang Juni hoch, kann eine Reduktion ungesicherter BTC-Positionen das Abwärtsrisiko durch erzwungenes De-Risking begrenzen. Sollten die Renditen von US-Staatsanleihen erhöht bleiben, könnte Bitcoin im Wettbewerb mit festverzinslichen Anlagen weiter unter Druck stehen.