Institutionelle kehren in Krypto zurück – ETFs verbuchen Zuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar

Institutionelle Anleger entdecken digitale Assets wieder – doch dieser Zyklus folgt anderen Regeln als der vorige. Prognosemärkte rücken in den Fokus der Wall Street, Bitcoin-ETFs verzeichnen erneut kräftige Mittelzuflüsse, und der Venture-Capital-Gigant a16z stockt seine Krypto-Offensive weiter auf. Auch klassische Banken treiben im Hintergrund den Aufbau tokenisierter Finanzinfrastruktur voran. Das Bild dieser Woche: Krypto-Unternehmen richten sich zunehmend an Vermögensverwalter, Banken, Hedgefonds und andere professionelle Investoren, die regulierten Zugang zu digitalen Assets suchen. Prognosemärkte buhlen um institutionelles Kapital Nach einem Schritt von Kalshi, den Analysten von Bernstein als den ersten maßgeschneiderten institutionellen Block-Trade der Branche bezeichnen, nimmt das Interesse professioneller Investoren an Prognosemärkten spürbar zu. Gehandelt wurde ein individualisierter Kontrakt, der an Auktionen kalifornischer CO2-Zertifikate gekoppelt war; für zusätzliche Liquidität sorgte Jump Trading. In einem aktuellen Kundenbericht werten Bernstein-Analysten die Transaktion als wichtigen Meilenstein: Prognosemärkte könnten sich damit von retailgetriebener Spekulation zu einer reiferen Produktklasse entwickeln. Institutionelle Investoren sehen Event-Kontrakte zu makroökonomischen Maßnahmen, Wahlen oder geopolitischen Entwicklungen zunehmend als Hedging-Instrumente. Der Bericht hebt auch die wachsende Bedeutung regulierter Infrastruktur hervor. Kalshi agiert innerhalb des US-Regelwerks, während dezentrale Wettbewerber vor allem über native Krypto-Plattformen außerhalb klassischer Finanzkanäle wachsen. Bernstein hält es für möglich, dass breitere institutionelle Beteiligung das Handelsvolumen von Prognosemärkten langfristig in den Billionenbereich treiben könnte. Bitcoin-ETFs: knapp 1 Milliarde US-Dollar Zufluss, BTC zurück bei 80.000 US-Dollar US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten netto fast 1 Milliarde US-Dollar an Zuflüssen, während Bitcoin die Marke von 80.000 US-Dollar zurückeroberte. Das unterstreicht die erneute Nachfrage institutioneller Anleger nach Krypto-Exposure. Laut Daten von SoSoValue zählt der Zufluss zu den stärksten Ein-Tages-Ergebnissen des ETF-Segments der vergangenen Monate und fiel mit einer breiteren Stärke am Digital-Assets-Markt zusammen. Beobachter führen die ETF-Nachfrage auf eine verbesserte Stimmung und anhaltende institutionelle Käufe über regulierte Anlageprodukte zurück. Die jüngsten Zuflüsse setzen die Dynamik aus April fort, als Bitcoin-ETFs insgesamt 1,97 Milliarden US-Dollar anzogen. a16z crypto sammelt 2 Milliarden US-Dollar ein Der Krypto-Arm von Andreessen Horowitz, a16z crypto, hat 2 Milliarden US-Dollar für einen neuen Krypto-Fonds eingesammelt – eine der größten Venture-Capital-Zusagen im Sektor der vergangenen Jahre. Der Fonds soll in Krypto-Startups investieren, darunter Blockchain-Infrastruktur, Web3-Anwendungen und Decentralized Finance. Der Schritt fällt in eine Phase, in der sich die Venture-Aktivität nach einer längeren Schwäche im Markt für digitale Assets wieder zu beleben beginnt. Auch wenn Fundraising in Krypto weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2021 liegt, fließt Kapital weiterhin in Frühphasenunternehmen, die an der grundlegenden Infrastruktur der Branche arbeiten. a16z zählt in Abschwungphasen zu den einflussreichsten Investoren im Krypto-Ökosystem und engagierte sich unter anderem in Gaming, Stablecoins, Entwickler-Tools und dezentralen Netzwerken. Bankenverband in Tennessee setzt auf Stablecore Die Tennessee Bankers Association hat Stablecore als bevorzugten Anbieter für Digital-Asset-Infrastruktur ausgewählt. Damit erhalten rund 175 Mitgliedsbanken perspektivisch Zugang zu kryptobezogenen Bankdienstleistungen. Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht die Integration von Stablecoins, tokenisierten Einlagen und weiteren blockchainbasierten Zahlungswerkzeugen in den Bankbetrieb. Stablecore liefert die Backend-Infrastruktur, damit Banken Digital-Asset-Services anbieten können, ohne selbst einen kompletten Krypto-Tech-Stack aufzubauen. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Plattform tokenisierte Assets, Stablecoin-Funktionen sowie Compliance-Integrationen für regulierte Finanzinstitute unterstützt. Die Vereinbarung spiegelt das wachsende Interesse regionaler und Community-Banken an Digital-Asset-Infrastruktur wider, während die traditionelle Finanzwelt Blockchain-Zahlungen und Tokenisierung weiter ausbaut. "Crypto Biz" ist Ihr wöchentlicher Blick auf die Geschäfts- und Marktdynamik hinter Blockchain und Kryptowährungen – jeden Donnerstag direkt im Posteingang.