US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchen im April 2026 Zuflüsse von 1,97 Mrd. US-Dollar
US-Spot-Bitcoin-ETFs haben im April Nettozuflüsse von 1,97 Mrd. US-Dollar angezogen – der stärkste Monat im Jahr 2026, wie Daten von SoSoValue zeigen. Damit übertraf das Segment den März (1,37 Mrd. US-Dollar) deutlich und drehte nach einem schwachen Jahresauftakt wieder ins Plus. Seit dem Start der Produkte Anfang 2024 summieren sich die kumulierten Zuflüsse damit auf mehr als 58 Mrd. US-Dollar. Die Nachfrage aus März und April glich die Rückgaben im Januar und Februar aus und brachte die Kategorie 2026 insgesamt wieder in positives Terrain.
BlackRock dominiert, GBTC bleibt Abflussquelle
BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) stellte im April den Löwenanteil der Mittelbewegungen und sammelte rund 2 Mrd. US-Dollar an Nettozeichungen ein. Dass allein IBIT über dem Gesamtwert der Kategorie lag, deutet darauf hin, dass andere Anbieter zusammen genommen leichte Abflüsse verzeichneten.
Der Grayscale Bitcoin Trust ETF (GBTC) setzte seinen seit mehreren Quartalen anhaltenden Rückgabetrend fort und verlor im April etwa 280 Mio. US-Dollar. Marktbeobachter führen dies weiterhin auf die im Vergleich zur Konkurrenz höheren Verwaltungsgebühren zurück, die Anleger in günstigere Alternativen treiben – ein Muster, das die Flows seit der ersten Umstellungswelle im Jahr 2024 prägt.
Gemeldete Gebühren der zugelassenen $BTC-ETFs (Auszug): Grayscale $GBTC 1,5%; Hashdex $DEFI 0,9%; Valkyrie $BRRR 0,49%; Invesco $BTCO 0,39%; Wisdom Tree $BTCW 0,3%; Franklin $EZBC 0,29%; Blackrock $IBIT 0,25%; Fidelity $FBTC 0,25%; Vaneck $HODL 0,25%; Ark 21 $ARKB 0,21%; Bitwise $BITB 0,2%.
Kleinere Anbieter, darunter Fidelity's Wise Origin Bitcoin Fund, wiesen laut SoSoValue teils gemischte Tageswerte auf. Gegen Ende April häuften sich Abflusstage; in einer kurzen Volatilitätsphase summierten sich die Rückgaben auf rund 490 Mio. US-Dollar.
Institutionelle Nachfrage kehrt zurück
Die Erholung im April spiegelt eine veränderte Positionierung nach Abflüssen im Januar und Februar wider, die mit Gewinnmitnahmen und makroökonomischer Unsicherheit in Verbindung gebracht wurden. Bitcoin legte im April um rund 12% zu und notierte zeitweise über 80.000 US-Dollar – der stärkste Monatsanstieg seit April 2025. Ein anhaltender ETF-Kaufdruck verringerte zudem das am Spotmarkt verfügbare Angebot auf Börsen und half, Verkaufsdruck von Minern sowie kurzfristig orientierten Haltern aufzunehmen.
Zusätzliche Nachfrage kam von Corporate-Treasury-Käufern: Mehrere börsennotierte Unternehmen meldeten im Monatsverlauf weitere Zukäufe. Das Zusammenspiel aus ETF-Zuflüssen und Unternehmensnachfrage verknappte den verfügbaren Free Float und stützte die Erholung des BTC-Kurses über die Marke von 80.000 US-Dollar.
Auch Anfang Mai hielten die Zuflussserien an; mehrtägige Runs summierten sich in einzelnen Wochen auf über 1 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig bleibt die Volatilität hoch, und einzelne Abflusstage im Umfang von mehreren hundert Millionen US-Dollar gehören weiterhin zum Muster.
Ethereum-ETFs ebenfalls wieder im Plus
Parallel drehten auch Spot-Ethereum-ETFs ins Positive und verbuchten im April Zuflüsse von 356 Mio. US-Dollar – der erste Monat mit Nettozuflüssen seit Oktober 2025. Zusammen lag die Nachfrage nach Krypto-ETFs über beide Produktgruppen hinweg bei mehr als 2,3 Mrd. US-Dollar.
Ob der Schwung anhält, hängt laut Marktteilnehmern von den makroökonomischen Rahmenbedingungen, regulatorischen Entwicklungen und der Fähigkeit von Bitcoin ab, die Zone um 80.000 US-Dollar zu verteidigen.