Bitcoin-ETFs ziehen über 240 Mio. US-Dollar an – BTC behauptet sich über 72.000 US-Dollar
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Freitag Nettozuflüsse von mehr als 240 Mio. US-Dollar verbucht. Der institutionelle Zufluss fiel mit einer Erholung des Bitcoin-Kurses zusammen, auch wenn Analysten bei der weiteren Entwicklung uneins bleiben und auf mögliche Volatilität verweisen.
Daten von Farside Investors zeigen Nettozuflüsse von rund 240 Mio. US-Dollar am 10. April. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) führte die Liste mit 137,6 Mio. US-Dollar an einem Tag an. Fidelitys FBTC folgte mit 78 Mio. US-Dollar. Kleinere Zuflüsse entfielen auf Bitwise, ARK und weitere Emittenten. Damit zählt der Tag zu den stärksten Einzeltagesbewegungen der jüngeren Vergangenheit und deutet auf anhaltende institutionelle Käufe trotz Skepsis am Markt hin.
Die Nachfrage nach Spot-Bitcoin-ETFs stützt den Kurs oberhalb der Marke von 72.000 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte BTC am Samstag, 11. April, um 72.700 US-Dollar. Nach den jüngsten Tiefs setzte eine Erholung ein, was auf eine aktive Verteidigung zentraler Kursbereiche hindeutet.
Technisch bleibt das Bild aus Sicht einiger Marktbeobachter fragil. Krypto-Analyst Ted Pillows sieht Bitcoin an einem Wendepunkt: "$BTC pendelt um 73.000 US-Dollar. Eine Rückeroberung der Zone 73.000–74.000 US-Dollar könnte Bitcoin einen letzten Schub geben", schrieb er auf X. Zugleich warnte er: "Danach erwarte ich eine Umkehr zu neuen Tiefs."
Der von Pillows geteilte TradingView-Chart deutet auf eine Seitwärtsphase hin. Zuvor war Bitcoin unter den Bereich 80.000–82.000 US-Dollar gefallen. Aktuell hat der Kurs die Zone 72.000–74.000 US-Dollar zurückgewonnen, die nun als zentrale Konfliktzone gilt. Unterhalb liegen laut Chart mehrere Unterstützungen, insbesondere bei 66.000 und 60.000 US-Dollar. Hält der aktuelle Bereich nicht, könnte eine stärkere Korrektur folgen. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde kurzfristig Spielraum bis 76.000 US-Dollar und darüber eröffnen. In diesem Szenario könnten ETF-Zuflüsse und die BTC-Akkumulation durch Unternehmen den Trend stützen.
Uneinheitliche Signale kommen aus dem Derivatemarkt. Michaël van de Poppe verwies auf Positionierungsdaten, die auf zunehmenden spekulativen Handel hindeuten. In seinem Vergleich von "Commercials' Net Position" und "Large Speculators' Net Position" sind große Spekulanten deutlich netto-long, während kommerzielle Marktteilnehmer netto-short positioniert sind. "Spekulanten sind netto-long auf #Bitcoin", so Poppe. Er sieht Parallelen zu Phasen vor einem größeren Ausbruch in 2023, betont aber: "Das garantiert nicht, dass wir massiv nach oben ausbrechen. Es zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für Volatilität deutlich erhöht ist."
Poppe hebt außerdem hervor, dass Bitcoin seit fast anderthalb Jahren in einer relativ engen Konsolidierung verharrt. "Die Märkte wollten nicht fallen", sagte er und deutete damit auf eine gewisse innere Stärke hin. Auf Basis dieser Struktur hält er einen Anstieg in Richtung 80.000–85.000 US-Dollar vor einer größeren Umkehr für wahrscheinlicher.
Unterm Strich treffen starke ETF-Zuflüsse auf gemischte Derivate-Signale – Bitcoin steht damit an einem kritischen Punkt. Zusätzliche Unterstützung kommt weiterhin durch Unternehmensnachfrage, unter anderem von MicroStrategy und Metaplanet. Gleichzeitig erhöhen stark spekulative Positionen das Risiko deutlicher Kursschwankungen. Im Fokus steht derzeit die Zone 72.000–74.000 US-Dollar: Ein Ausbruch darüber könnte die Rally verlängern, eine Zurückweisung würde kurzfristig für Rücksetzer sprechen.