US-Senatoren legen Gesetzentwurf vor: Sportwetten auf Kalshi und Polymarket sollen untersagt werden
Die US-Senatoren Adam Schiff und John Curtis haben am Montag den Gesetzentwurf "Prediction Markets Are Gambling Act" vorgestellt. Die parteiübergreifende Vorlage soll bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) registrierten Unternehmen wie Kalshi oder Polymarket untersagen, Sport-Prognosekontrakte sowie casinoähnliche Kontrakte anzubieten.
Dem Gesetzestext zufolge soll dafür der Commodity Exchange Act geändert werden. Verboten wären Ereigniskontrakte mit Bezug zu Sportveranstaltungen im Profi- und Collegebereich sowie Spiele wie Blackjack und Roulette und auch Lotterien. Solche Vereinbarungen dürften dann nicht mehr an regulierten Börsen gelistet oder gehandelt werden. Zudem stellt der Entwurf klar, dass Bundesrecht bestehende Glücksspielbeschränkungen auf Ebene der Bundesstaaten nicht aushebelt.
Curtis erklärte, das Vorhaben solle Zuständigkeiten präzisieren, die Kontrolle der Bundesstaaten über Wettmärkte sichern und die Ausbreitung spekulativer Produkte in Bereichen begrenzen, die er für ungeeignet hält. "Zu viele junge Menschen in Utah werden mit suchtfördernden Sportwetten und casinoähnlichen Gaming-Kontrakten konfrontiert, die unter staatliche Kontrolle gehören, nicht unter Bundesaufseher", sagte er. Ziel sei es, die Autorität der Bundesstaaten zu respektieren, Familien zu schützen und spekulative Finanzprodukte aus Bereichen fernzuhalten, in die sie nicht gehörten.
Schiff bezeichnete sportbezogene Prognosekontrakte, die inzwischen in allen 50 Bundesstaaten breit verfügbar seien, als Wettprodukte. Er warf der CFTC vor, deren Wachstum zu ermöglichen, statt bestehende Beschränkungen durchzusetzen. "Anstatt das Gesetz durchzusetzen, gibt die CFTC diesen Märkten grünes Licht und fördert sogar ihr Wachstum. Es ist Zeit, dass der Kongress einschreitet und diesen Hintereingang schließt, der staatliche Verbraucherschutzregeln unterläuft, in die Souveränität der Stämme eingreift und keine öffentlichen Einnahmen bringt", sagte Schiff.
Der Vorstoß kommt in einer Phase stark wachsenden Interesses an Prognosemärkten. Das kombinierte Handelsvolumen der Branche erreichte 2025 rund 44 Mrd. US-Dollar; Prognosen der Industrie zufolge könnte der Wert in diesem Jahr über 50 Mrd. US-Dollar steigen. Ein wesentlicher Treiber ist die sportbezogene Aktivität, die sich für die führenden Plattformen zu einer zentralen Erlösquelle entwickelt hat.
Bundesstaaten und Stämme laufen gegen CFTC-überwachte Prognosemärkte Sturm
Seit dem Supreme-Court-Urteil von 2018, das Sportwetten auf Ebene der Bundesstaaten ermöglicht, haben viele Staaten Regulierungsrahmen aufgebaut, die erhebliche öffentliche Einnahmen generieren und Verbraucherschutzvorgaben enthalten. Prognosemärkte werden dagegen unter der Aufsicht der CFTC als Finanzinstrumente und nicht als Glücksspiel behandelt. Diese Einordnung erleichtert es ihnen, staatliche Lizenzpflichten und Steuerabgaben zu umgehen.
Die Bundesstaaten nahmen 2025 Milliarden an Steuern aus Sportwetten ein. Dass nun bundesrechtlich regulierte Prognosemärkte funktional ähnliche Produkte anbieten, ohne in die Kassen der Bundesstaaten einzuzahlen, stößt bei Gouverneuren, staatlichen Glücksspielbehörden und indigenen Nationen auf deutlichen Widerstand.
Für Kalshi und Polymarket spitzen sich die juristischen Auseinandersetzungen zu, da Bundesstaaten ihre Aktivitäten als illegale Wettangebote angreifen. Bei Dutzenden Klagen und uneinheitlichen Gerichtsurteilen – darunter Verfahren, die in Nevada weiterlaufen, sowie Streitfälle in Massachusetts – stützen sich beide Unternehmen maßgeblich auf die CFTC-Aufsicht als Verteidigung gegen staatliche Maßnahmen.
Die CFTC hat ihre Position zur bundesrechtlichen Zuständigkeit in einer neuen Gerichtseinreichung als Antwort auf Klagen auf Staatsebene verschärft. Der Vorsitzende Michael Selig erklärte, die von Kongress erteilte Befugnis der Behörde umfasse rohstoffbezogene Ereigniskontrakte und müsse staatliche Regulierung verdrängen.