US-Senatoren drängen Aufseher zur Überprüfung der 1.250%-Risikogewichtung für Bitcoin

Eine Gruppe US-Senatoren fordert die Bundesbankenaufseher auf, die für Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte angesetzte Risikogewichtung von 1.250% neu zu bewerten. Nach Ansicht der Abgeordneten führt die aktuelle Eigenkapitalbehandlung faktisch dazu, dass Banken Krypto-Dienstleistungen kaum anbieten können. Die parteiübergreifende Initiative unter Führung von Senatorin Cynthia Lummis und Senator Dan Sullivan plädiert für sachgerechte Kapitalstandards für digitale Assets statt der schärfsten, im Regelwerk verfügbaren Behandlung. Risikogewichte legen fest, wie viel Eigenkapital ein Institut für ein bestimmtes Engagement vorhalten muss. Je höher das Risikogewicht, desto teurer wird das Halten oder Bedienen eines Assets. Klassische Bankaktiva liegen in der Regel deutlich unter 1.250%. Der Wert von 1.250% entspricht der maximalen Risikogewichtung im Basel-Rahmenwerk und ist üblicherweise den riskantesten Positionen vorbehalten. Wird sie auf Bitcoin angewendet, müssen Banken Eigenkapital in Höhe des gesamten Engagements hinterlegen – wirtschaftlich kommt das einer Behandlung als Totalverlust-Asset gleich. Grundlage sind Vorgaben des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, der in den vergangenen Jahren die aufsichtliche Behandlung von Kryptoasset-Exposures finalisiert hat. In der Praxis haben viele Institute deshalb auf Bitcoin-Verwahrung und verwandte Angebote verzichtet, weil der Kapitalbedarf solche Aktivitäten unattraktiv macht. Adressaten des Schreibens sind das Office of the Comptroller of the Currency (OCC), die Federal Reserve und die FDIC. Die Senatoren argumentieren, die Regel spiegele das veränderte Risikoprofil digitaler Vermögenswerte nicht mehr wider – insbesondere vor dem Hintergrund reiferer, regulierter Custody-Lösungen und ausgebauter institutioneller Infrastruktur. Gefordert wird keine Abschaffung von Kapitalanforderungen. Stattdessen soll ein neu kalibriertes Rahmenwerk unterschiedliche Arten von Digital-Asset-Exposures differenzieren, anstatt pauschal die maximale Strafgewichtung anzusetzen. Der Vorstoß fällt in eine Phase steigender Kundennachfrage nach Bitcoin-bezogenen Bankleistungen. Die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs und wachsende institutionelle Nachfrage erhöhen den Druck auf traditionelle Finanzhäuser, während die Kapitalregeln weiterhin als Hürde wirken. On-Chain-Daten zeigen bereits eine nennenswerte institutionelle Positionierung in Bitcoin und unterstreichen die Lücke zwischen Marktaktivität und Bankbeteiligung. Sollten die Aufseher die Risikogewichtung für Bitcoin senken, könnten Banken Verwahrung, Handel und kreditnahe Dienstleistungen rund um digitale Assets anbieten, ohne dass die Eigenkapitalunterlegung die Wirtschaftlichkeit dominiert. Das würde neue Zugänge für Privat- und institutionelle Kunden eröffnen, die regulierte Bankkanäle gegenüber krypto-nativen Plattformen bevorzugen. Eine Anpassung könnte auch die Marktstruktur beeinflussen: Mehr Bankteilnahme würde tendenziell für höhere Liquidität und stärkere regulatorische Einbindung sorgen, was die institutionelle Adoption beschleunigen könnte. Beispiele wie MoneyGram und Kraken, die Bitcoin-zu-Bargeld-Dienste in über 100 Ländern ausrollen, zeigen, wie stark klassische Finanzinfrastruktur und digitale Assets bereits zusammenwachsen. Gleichzeitig müssten bei jeder Revision Volatilität, operationelle Risiken und Bilanzexposure berücksichtigt werden. Der breitere GOP-Vorstoß für eine Neukalibrierung der Kapitalregeln deutet auf parteiübergreifenden Rückenwind hin; möglich wäre ein gestuftes Modell mit niedrigeren Risikogewichten für verwahrte Bitcoin-Positionen bei weiterhin strenger Behandlung spekulativer Exposures. Aufsichtliche Überprüfungen dauern üblicherweise Monate, und die beteiligten Behörden sind in der Krypto-Politik bislang vorsichtig vorgegangen. Nach dem jüngsten Krypto-Ausverkauf in Billionenhöhe bleibt die Marktvolatilität ein zentrales Argument für Aufseher, die eine Lockerung der Kapitalanforderungen abwägen. Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Märkte für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Recherchieren Sie stets eigenständig, bevor Sie Entscheidungen treffen.