USA gehen gegen Betrugszentren in Südostasien vor und sichern mehr als 700 Mio. US-Dollar in Krypto

US-Behörden haben am Vortag ein koordiniertes Vorgehen gegen sogenannte "Pig-Butchering"-Betrugsnetzwerke in Südostasien bekannt gegeben. Das US-Justizministerium (DOJ), das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des Finanzministeriums sowie das Außenministerium (State Department) bündelten ihre Maßnahmen. Die Scam Center Strike Force setzte nach eigenen Angaben Krypto-Vermögenswerte im Wert von über 701,9 Mio. US-Dollar fest, die mit der Geldwäsche von Opfergeldern in Verbindung stehen. Das DOJ veröffentlichte zudem eine Anklage gegen zwei chinesische Staatsangehörige, die das Shunda-Gelände in Burma geleitet haben sollen. FBI und Secret Service beschlagnahmten 503 gefälschte Websites für Krypto-Investments. Außerdem schaltete die Strike Force einen Telegram-Kanal mit 6.000 Followern ab, der zur Rekrutierung englischsprachiger Opfer von Menschenhandel genutzt worden sein soll. OFAC belegte 29 Ziele in Kambodscha mit Sanktionen, angeführt von Senator Kok An und seinem Crown-Resorts-Imperium. In Sihanoukville und Poipet sollen Casinos zu Betrugsanlagen umgebaut worden sein; auch die Heng Feng Cambodia Bank plc wurde sanktioniert. Das Außenministerium setzte eine Belohnung von bis zu 10 Mio. US-Dollar für Hinweise zum Tai-Chang-Gelände in Burma aus. Laut IC3 des FBI beliefen sich die "Pig-Butchering"-Verluste im Jahr 2025 auf 7,2 Mrd. US-Dollar. Die gesicherten Krypto-Vermögenswerte wurden über rechtliche Verfahren sowie durch freiwillige Zusammenarbeit von Krypto-Dienstleistern gesichert. Das gilt als Hinweis darauf, dass Börsen und Verwahrer verdächtige Geldflüsse zunehmend bereits vor einer Beschlagnahme einfrieren.