US-Gesetzentwurf löst Streit über Renditeverbote bei Stablecoins aus
Ein neuer US-Gesetzentwurf, der Renditen auf passiven Stablecoin-Beständen untersagen würde, hat in dieser Woche deutliche Bruchlinien in der Krypto-Branche offengelegt. Der Entwurf wurde nach Angaben von Crypto In America am Montag bei Treffen auf dem Capitol Hill ausgewählten Teilnehmern vorgestellt und sorgte bei Börsenbetreibern, Venture-Capital-Investoren und Banken für kontroverse Reaktionen. Am Dienstag eskalierte die Debatte, als Unternehmen über die Folgen für Innovation und Finanzstabilität stritten.
Der Text sieht vor, dass Anbieter keine Erträge auf Stablecoin-Bestände anbieten dürfen – weder direkt noch indirekt. Untersagt wären auch Konstruktionen, die wirtschaftlich einem Zins ähneln. Zulässig bleiben sollen dagegen aktivitätsbasierte Anreize, etwa Treueprogramme oder zeitlich begrenzte Promotionen. Welche Formen von Rewards akzeptiert werden, sollen die Aufseher innerhalb eines Jahres definieren, berichteten Teilnehmer.
Der Entwurf ist das Ergebnis von nahezu zwei Monaten Verhandlungen unter Einbindung des Weißen Hauses und Mitgliedern des Senate Banking Committee. Die Gespräche am Montag liefen in einem kontrollierten Verfahren: Die Teilnehmer konnten den Text nur in kurzen Sitzungen einsehen und durften keine Kopien behalten, was den Zugang für größere Teile der Branche in der frühen Phase einschränkte.
Nach der Einsicht gingen die Einschätzungen auseinander. Ein Branchenverband bezeichnete die Formulierungen als überraschend restriktiv. Eine andere Gruppe sagte, der Vorschlag entspreche den bisherigen Gesprächen und lasse Reward-Programme grundsätzlich zu. In einer Telefonkonferenz am Dienstag soll es laut Quellen zu einem hitzigen Wortwechsel zwischen Krypto-Unternehmen und Vertretern von Venture-Firmen gekommen sein. Im Kern ging es um die Frage, ob der Rahmen Innovation zu stark bremst oder notwendige Leitplanken für Stabilität setzt.
Auch Vertreter von Banken nahmen den Entwurf unter die Lupe. Ein Teilnehmer sprach von einem Kompromiss, der von Gesetzgebern geformt worden sei, darunter die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks.
An den Märkten zeigte sich die Nervosität: Die Aktie von Circle fiel um rund 20%, Analysten stellten den Rückgang mit den geplanten Renditebeschränkungen in Zusammenhang. Coinbase verlor im Handel am Dienstag ebenfalls etwa 10%. Parallel nahm die Kritik in sozialen Medien zu; viele Nutzer warnten, die Regeln könnten die Adoption im gesamten Sektor beeinträchtigen.
Das Senate Banking Committee hat den vollständigen Text bislang nicht veröffentlicht. Quellen rechnen jedoch damit, dass der Entwurf in Kürze breiter verteilt wird.