US-CPI im April über Erwartungen; Bitcoin und Aktien finden nach Rücksetzer Halt

Laut CoinDesk sind die US-Inflationsdaten für April stärker ausgefallen als vom Markt erwartet und haben die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen weiter gedämpft. Nach einem kurzen Rückgang direkt nach der Veröffentlichung stabilisierten sich US-Aktien und Kryptowerte wieder. Bitcoin kletterte zeitweise zurück über 80.600 US-Dollar, bevor er sich um 80.700 US-Dollar einpendelte. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im April um 0,6% gegenüber dem Vormonat und lag mit 3,8% im Jahresvergleich auf dem höchsten Stand seit Mai 2023. Der Kernindex ohne Energie und Lebensmittel erhöhte sich um 0,4% gegenüber dem Vormonat und erreichte 2,8% im Jahresvergleich. Beide Werte lagen über den Markterwartungen. Als Haupttreiber gelten weiterhin Energiepreise: Die Energiekomponente legte um 17,9% gegenüber dem Vorjahr zu, Benzin um 28,4% und Heizöl um 54,3%. Gleichzeitig sanken die realen durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,5% gegenüber dem Vormonat und um 0,3% gegenüber dem Vorjahr, was auf zunehmenden Druck auf die realen Haushaltseinkommen hindeutet. Trotz der zunächst negativen Reaktion hielt die Schwäche nicht an; US-Aktien schlossen im Tagesverlauf im Plus. Am Zinsmarkt sind die Erwartungen für Zinserhöhungen im Jahr 2026 deutlich gestiegen. Clarity Act: Mehr als 100 Änderungsanträge Der US-Senatsausschuss für Banken hat einen 309 Seiten starken Entwurf des Clarity Act veröffentlicht und will ihn am Donnerstag beraten. Kernpunkte sind die Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC, Schutzregelungen für DeFi-Entwickler, die keine Nutzervermögen kontrollieren, sowie Beschränkungen für passive Renditeerträge bei Stablecoins. Bestimmungen zur politischen Ethik fehlen im Entwurf, was Widerstand bei Teilen der Demokraten auslöst. Laut Bericht wurden bereits vor der formellen Beratung über 100 Änderungsanträge eingereicht, was auf umfangreichen Überarbeitungsbedarf hindeutet. JPMorgan beantragt Ethereum-Fonds JPMorgan hat die Auflegung des JPMorgan OnChain LiquidityToken Money Market Fund mit dem Ticker JLTXX auf Ethereum beantragt. Der Fonds investiert vor allem in kurzfristige US-Staatsanleihen, Bargeld sowie Overnight-Repo-Geschäfte mit Staatsanleihebesicherung und soll die Reserveanforderungen von Stablecoin-Emittenten adressieren. Es ist JPMorgans zweiter tokenisierter Geldmarktfonds, diesmal mit klarer Ausrichtung auf Stablecoin-Reserven. Auch BlackRock und Morgan Stanley arbeiten laut Bericht an vergleichbaren Produkten, während traditionelle Finanzhäuser den Markt für zugrunde liegende Rendite-Assets für Stablecoins schneller erschließen. Ethereum: Clear Signing als offener Standard Aus dem Ethereum-Ökosystem kommt zudem der neue Open-Standard "Clear Signing". Eine Arbeitsgruppe aus Wallet-Anbietern, Sicherheitsfirmen und Projekten mit Bezug zur Ethereum Foundation will damit Verluste durch "Blind Signing" reduzieren. Darunter versteht man das Freigeben von Transaktionen, obwohl Nutzer den Inhalt nicht nachvollziehen können und lediglich Hex-Daten bestätigen. Der Standard soll Transaktionsinformationen vor der Signatur verständlicher darstellen und das Risiko bösartiger Autorisierungen senken. ETF-Flows US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag einen Nettoabfluss von 233 Mio. US-Dollar. Bei Spot-Ethereum-ETFs lag der Nettoabfluss heute bei 131 Mio. US-Dollar. Ein XRP-ETF meldete einen Tageszufluss von 25,8 Mio. US-Dollar, den höchsten seit Januar dieses Jahres. Weitere Hinweise aus dem Bericht: Square unterstützt bereits Bitcoin-Zahlungen für über 1 Mio. Händler; die DTCC hat Chainlink zur Unterstützung ihrer Collateral AppChain ausgewählt; Franklin Templeton kooperiert mit Payward, der Muttergesellschaft von Kraken, um tokenisierte Aktien und Onchain-Fonds in Handelsplattformen zu integrieren.