Trump nimmt Kevin Warsh als neuen Fed-Chef im Weißen Haus den Amtseid ab
US-Präsident Donald Trump wird den Amtseid für Kevin Warsh, den designierten Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, am Freitag persönlich im Weißen Haus abnehmen. Das teilte ein Regierungsvertreter mit.
Mit Warsh erhält die Fed ihren 17. Vorsitzenden. Er folgt auf Jerome Powell und gilt als der bislang vermögendste Fed-Chef. Die Zeremonie im Weißen Haus unterstreicht Trumps direkte Einbindung in die Personalie. Als Trump Powell 2018 in seiner ersten Amtszeit zum Fed-Vorsitzenden machte, wurde dieser dagegen intern bei der Notenbank vereidigt, ohne Trumps Anwesenheit.
Zuletzt fand eine Vereidigung eines neu ernannten Fed-Vorsitzenden im Weißen Haus 1987 bei Alan Greenspan statt. In den vergangenen Jahren wurden die Amtseide üblicherweise innerhalb der Fed abgelegt. Der letzte Präsident, der an einer solchen Zeremonie teilnahm, war George W. Bush bei Ben Bernankes Vereidigung 2006, als Bernanke Vorsitzender des Council of Economic Advisers im Weißen Haus war. Später im selben Jahr wurde Warsh als Fed-Gouverneur von Vizepräsident Dick Cheney im Eisenhower Executive Office Building vereidigt.
Die Vereidigung am Freitag beendet eine ungewöhnlich lange Übergangsphase an der Spitze der Notenbank. Die Fed hatte vergangene Woche erklärt, Powell bleibe kommissarisch im Amt, bis Warsh nach seiner Bestätigung durch den Senat für eine vierjährige Amtszeit die Vereidigung abgeschlossen habe. Powells vierjährige Amtszeit als Fed-Chef endete am vergangenen Wochenende.
Powell erklärte, er wolle vorerst als Mitglied des Board of Governors im Amt bleiben, ohne einen Zeitraum zu nennen. Seine Amtszeit als Gouverneur läuft bis Januar 2028. Verzögerungen von mehreren Tagen zwischen Bestätigung und Vereidigung gelten als nicht ungewöhnlich.
Warsh hatte sich zudem verpflichtet, vor Amtsantritt bestimmte private Investments zu veräußern. Er übernimmt die Fed in einer komplexen Lage: Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat den Inflationsdruck verstärkt und den geldpolitischen Ausblick zusätzlich verkompliziert. Kritiker stellen zugleich die Frage, ob Warsh ausreichend Distanz zum Weißen Haus wahren kann. Trump sagte, er erwarte baldige Zinssenkungen. Warsh sagte in seiner Anhörung zur Senatsbestätigung, er werde unabhängig handeln, übte aber zugleich scharfe Kritik an der Notenbankpolitik der vergangenen Jahre.
Während der Übergang weiterläuft, wird Fed-Vizechef Philip Jefferson die Zentralbank am Montag beim G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Paris vertreten.
Quelle: Jin10 Data DeepS潮 TechFlow