Trump Media transferiert Bitcoin im Wert von 205 Mio. US-Dollar zu Crypto.com und zieht ETF-Anträge zurück

Trump Media & Technology Group hat nach Angaben von Marktbeobachtern unter Berufung auf On-Chain-Daten 2.650 Bitcoin im Gegenwert von rund 205 Mio. US-Dollar an Crypto.com transferiert. Der Schritt fällt mit dem Rückzug mehrerer Anträge für Krypto-ETFs unter der Marke Truth Social zusammen. Die Transaktion wird am Markt aufmerksam verfolgt, da Einzahlungen auf Börsen häufig als mögliches Signal für Verkaufsabsichten gewertet werden. Trump Media äußerte sich bislang nicht dazu, ob es sich um einen geplanten Verkauf, eine Verwahrungsänderung oder eine andere Maßnahme im Treasury-Management handelt. Das Unternehmen hinter Truth Social hatte Anfang 2026 bereits 2.000 Bitcoin veräußert, als BTC nahe 87.000 US-Dollar gehandelt wurde. Trump Media hatte insgesamt 11.542 BTC zu durchschnittlich etwa 119.000 US-Dollar je Coin erworben und zum Ende des ersten Quartals 9.542 BTC als Bestand gemeldet. Nach dem jüngsten Abfluss wird das Wallet des Unternehmens auf rund 6.889 Bitcoin geschätzt, was auf Basis der im Ausgangsmaterial genannten Kurse etwa 534 Mio. US-Dollar entspricht. Sollte der auf Crypto.com eingezahlte Bestand verkauft werden, könnte Trump Media in der Rangliste der Corporate-Bitcoin-Halter zurückfallen und unter anderem hinter Galaxy Digital liegen. Den Aufbau der Bitcoin-Reserve vollzog Trump Media zwischen Juli und August 2025, als Bitcoin in der Nähe von Rekordständen notierte. Beobachter vergleichen den Ansatz mit dem Bitcoin-Treasury-Modell von Strategy unter Chairman Michael Saylor. Ein wesentlicher Unterschied: Strategy begann zu deutlich niedrigeren Kursen zu kaufen, während Trump Media erst bei Kursen im sechsstelligen Bereich einstieg. Parallel dazu hat Trump Media die Anträge für drei Truth-Social-ETFs zurückgezogen: den Truth Social Bitcoin ETF, den Truth Social Bitcoin & Ethereum ETF sowie den Truth Social Crypto Blue Chip ETF. Letzterer sollte einen Korb digitaler Vermögenswerte halten, darunter Bitcoin, Ether, Solana und XRP. Die Einreichungen erfolgten gemeinsam mit Yorkville America Digital. Aus SEC-Unterlagen geht hervor, dass die öffentlichen Angebote derzeit nicht weiterverfolgt werden. Die Registrierungsdokumente waren noch nicht wirksam, Wertpapiere unter den geplanten Fonds wurden nicht verkauft. Yorkville America Digital sprach von einem strategischen Neustart. Das Unternehmen prüfe demnach eine Struktur unter dem Investment Company Act von 1940 statt des Securities-Act-von-1933-Rahmens, der bei vielen Spot-Produkten im Rohstoffstil verwendet wird. Zusätzlichen Druck liefert die Ergebnislage: Trump Media meldete für das erste Quartal einen Nettoverlust von rund 406 Mio. US-Dollar. Darin enthalten sind nicht realisierte Verluste von etwa 244 Mio. US-Dollar, die überwiegend mit den Bitcoin-Beständen zusammenhängen. Weitere rund 108 Mio. US-Dollar entfielen auf Verluste aus Aktienwerten und Investmentpositionen. Das Portfolio an Equity Securities sank von 722 Mio. US-Dollar Ende 2025 auf 554 Mio. US-Dollar zum Ende des ersten Quartals 2026. Teilweise kompensiert wurden die Belastungen durch 37 Mio. US-Dollar Optionsgewinne und 17 Mio. US-Dollar realisierte Derivategewinne. Zudem legte das Unternehmen offen, 756 Mio. Cronos-Token aus einer früheren Vereinbarung mit Crypto.com zu halten. Der Wert wurde mit rund 53 Mio. US-Dollar beziffert. Der Rückzug der ETF-Anträge erfolgt zudem in einem zunehmend umkämpften Marktumfeld. Morgan Stanley hat zuletzt einen Bitcoin-ETF mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0,14% aufgelegt, was den Gebührenwettbewerb verschärft. Der Bloomberg-Analyst James Seyffart sieht den Rückzug möglicherweise im Zusammenhang mit dem intensiveren Wettbewerb bei Spot-Bitcoin-ETFs. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten seit ihrer Zulassung im Januar 2024 kumulierte Zuflüsse von mehr als 57,7 Mrd. US-Dollar. Trumps Medias Krypto-Aktivitäten stehen auch wegen der Verbindung zu Präsident Donald Trump und der breiteren politischen Debatte um digitale Vermögenswerte unter besonderer Beobachtung. Zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt der CLARITY Act, der Einschränkungen für Krypto-Aktivitäten von hochrangigen Amtsträgern und deren Familien während der Amtszeit vorsieht.