Trumps Fed-Kandidat Kevin Warsh befürwortet Krypto-Integration und lehnt US-CBDC ab

Kevin Warsh, Präsident Donald Trumps Kandidat für die US-Notenbank, hat sich bei seiner Anhörung am Dienstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats klar zur Rolle digitaler Vermögenswerte positioniert. Kryptowährungen seien bereits ein Bestandteil des US-Finanzsystems und sollten in die bestehende Infrastruktur eingebunden werden. Eine digitale Zentralbankwährung der USA (CBDC) lehnt er dagegen als "schlechte politische Entscheidung" ab. Im Fokus der Befragung standen neben der Krypto-Politik auch die Unabhängigkeit der Federal Reserve sowie möglicher politischer Einfluss. Warsh betonte, die Fed werde unter seiner Führung unabhängig vom Weißen Haus agieren. Mehrere Senatoren äußerten dennoch Zweifel, ob Entscheidungen durch politischen Druck beeinflusst werden könnten. Senatorin Cynthia Lummis fragte Warsh, ob digitale Vermögenswerte den Zugang zu Investments ausweiten sollten, ohne den Anlegerschutz zu vernachlässigen. Warsh verwies darauf, dass Krypto bereits "Teil des Gefüges" der US-Finanzwelt sei. Offenlegungen zeigen zudem, dass Warsh Engagements in mehreren krypto-nahen Firmen und Token hält, darunter dYdX, Lighter, Polychain, Dapper Labs, Solana und Optimism. In früheren Äußerungen hatte er Bitcoin zudem als wichtigen Vermögenswert für politische Entscheidungsträger bezeichnet. Beim Thema CBDC stellte sich Warsh gegen eine US-Zentralbankdigitalwährung. In der Befragung durch Senator Bernie Moreno verwies er auf grundsätzliche politische Bedenken. Diese Haltung deckt sich mit Vorbehalten im Kongress, die sich unter anderem auf mögliche finanzielle Überwachung und stärkere Kontrolle durch Zentralbanken beziehen. Die Anhörung fand vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen um Geldpolitik und Führung der Notenbank statt. Trump hat Fed-Chef Jerome Powell wiederholt wegen des Zinsniveaus kritisiert. Zusätzlichen Druck erzeugt eine laufende Untersuchung des Justizministeriums im Zusammenhang mit Powell, die auch die Bestätigung im Senat beeinflusst. Senator Thom Tillis erklärte, er wolle seine Unterstützung so lange zurückstellen, bis die Untersuchung abgeschlossen sei, äußerte sich grundsätzlich aber wohlwollend über Warsh. Auch Senator Ruben Gallego thematisierte Berichte über Gespräche zu Zinssenkungen. Warsh wies zurück, Zusagen gemacht zu haben, und betonte, es habe keine Forderungen gegeben. Der Senat wägt damit Fragen zur Krypto-Regulierung und zu digitalem Geld parallel zu grundsätzlichen Themen der Notenbankführung und ihrer Unabhängigkeit ab.