Tether startet erste vollständige Abschlussprüfung; SpaceX will IPO-Unterlagen einreichen
Marktüberblick
US-Medien: Iranische Quellen berichten von Kontakten zwischen Washington und Teheran
Nach Angaben von CNN hat es zwischen den USA und Iran bereits "Kontakte" gegeben, ein Schritt hin zu Gesprächen über ein mögliches Ende des Krieges. Eine iranische Quelle sagte, die von Washington angestoßenen Kontakte hätten in den vergangenen Tagen stattgefunden, seien aber noch keine umfassenden Verhandlungen. Über verschiedene Vermittler seien Botschaften ausgetauscht worden, um auszuloten, ob eine Einigung möglich ist. Die derzeit diskutierten Vorschläge zielten demnach nicht nur auf eine Waffenruhe, sondern auf eine konkrete Vereinbarung zur Beendigung des US-Iran-Konflikts. Teheran habe keine direkten Treffen oder einen direkten Dialog eingefordert, sei aber bereit, tragfähige Vorschläge anzuhören, sofern Irans nationale Interessen gewahrt bleiben. Voraussetzung sei zudem die Aufhebung aller gegen Iran verhängten Sanktionen. Details nannte die Quelle nicht und äußerte sich nicht zu Trumps öffentlichen Aussagen.
US-Medien: Justizministerium sieht keine Belege im Powell-Verfahren
Laut The Washington Post geht aus Gerichtsunterlagen hervor, dass ein ranghoher Mitarbeiter der US-Justiz in einer nichtöffentlichen Anhörung eingeräumt habe, es gebe keine Beweise für Fehlverhalten in der strafrechtlichen Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell im Zusammenhang mit den Renovierungskosten eines Fed-Gebäudes.
China: Neue Compliance-Regeln für SOE-Führungskräfte verbieten auch "Kryptowährungen" als Zuwendung
Wie die People's Daily berichtet, haben das Generalbüro des ZK der KPCh und das Generalbüro des Staatsrats die "Regelungen über sauberes Geschäftsgebaren für Führungskräfte staatseigener Unternehmen" veröffentlicht. Artikel 7 untersagt es Führungskräften, Macht oder Einfluss zum persönlichen Vorteil zu nutzen. Verboten sind unter anderem das Annehmen von Geschenken, Bargeld oder virtuellen Währungen von verbundenen Unternehmen, verdeckte Vermögensübertragungen über Immobilien- oder Fahrzeuggeschäfte zu unangemessenen Preisen, das Investieren in Wertpapiere oder Futures über Dritte ohne Kapitaleinsatz bei gleichzeitiger Gewinnbeteiligung, Tauschgeschäfte über anonyme Beteiligungen oder Treuhandholdings, überhöhte Erträge aus Finanzaktivitäten wie Privatdarlehen, die Nutzung von Insiderinformationen oder Geschäftsgeheimnissen, Veruntreuung oder zweckwidrige Verwendung von Unternehmensvermögen sowie das private Einbehalten von Rabatten, Vermittlungsgebühren oder Rückvergütungen. Verstöße sollen nach Vorschriften, Disziplinarrecht und Gesetz geahndet werden.
Backpack reagiert auf Sybil-Kontroverse: Einspruchsweg, Punkte-Rückerstattung und Rückkaufprogramm
Claire aus dem Backpack-Team teilte mit, dass nach Beschwerden über Sybil-Einstufungen ein Einspruchsverfahren eingerichtet und ein Token-Rückkaufprogramm zur Kompensation vorbereitet wurde. Mitgründer Armani und das Kernteam hätten eine Beschwerdeinstanz geöffnet und "Kriterium 3" eingeführt: Nutzer, die auf einem Gerät höchstens drei Accounts betrieben haben und als Sybils markiert wurden, sollen nach manueller Prüfung und Verifizierung mehr als 50% ihrer Punkte zurückerhalten. Zudem will Backpack in den kommenden Tagen Tokens am Sekundärmarkt zurückkaufen; die erworbenen Tokens sollen gezielt zur Entschädigung von Nutzern eingesetzt werden, die die Kriterien erfüllen. Claire zufolge traf die Sybil-Erkennung überproportional chinesischsprachige Nutzer, da Teams in Europa und den USA stärker dem Compliance-Standard "eine Person, ein Account" folgen, was von den Nutzungsgewohnheiten chinesischsprachiger Nutzer abweicht. Das chinesischsprachige Team habe dazu intensiv mit den EU/US-Teams abgestimmt.
Resolv bietet Angreifer Vergleich an: 90% zurück, rund 2,5 Mio. US-Dollar als Anreiz
Resolv Labs teilte mit, nach dem Exploit, der zur unbesicherten Prägung von rund 80 Mio. USR führte, sei eine On-Chain-Nachricht an die Angreiferadresse gesendet worden. Das Angebot: Rückgabe von 90% der konvertierten Mittel (rund 25 Mio. US-Dollar in ETH) an eine Recovery-Adresse; 10% dürften als Vergleichsanreiz behalten werden. Außerdem müsse der Angreifer alle weiteren Aktivitäten mit den entwendeten Mitteln einstellen und sämtliche von ihm kontrollierten USR an dieselbe Adresse übertragen. Frist: 72 Stunden ab Bekanntgabe. Bei Nichtkooperation kündigte Resolv Eskalationsmaßnahmen an, darunter die Zusammenarbeit mit zentralen Börsen, Cross-Chain-Brücken und Infrastruktur-Anbietern zur Sperrung betroffener Assets, die Veröffentlichung von Adressen und Tracking-Daten, Kooperation mit Blockchain-Analysefirmen und Strafverfolgungsbehörden sowie rechtliche Schritte. Die Untersuchung läuft.
Ethereum Foundation: L2 soll vom "Scaling-Tool" zur "Service-Schicht für Anpassungen" werden
In einem Beitrag auf der offiziellen Website beschreibt die Ethereum Foundation ein Rahmenwerk zur abgestimmten Entwicklung von L1 und L2. Die Rolle von L2 habe sich von einem reinen Skalierungswerkzeug zu einer Ebene für differenzierte Funktionen und maßgeschneiderte Services entwickelt. L1 solle sich auf eine erlaubnisfreie, besonders robuste globale Settlement-Schicht konzentrieren, inklusive Shared State, Liquidität und DeFi-Hub. Für L2s nennt der Beitrag Mindestanforderungen: mindestens Stage-1-Sicherheitsstandard und Bestehen des "Exit-Tests". L2s mit besonders enger L1-Integration sollten Stage 2 anstreben und synchrone Komposabilität sowie Native-Rollup-Mechanismen umsetzen. Die Foundation kündigte an, L1-Scaling und Blob-Erweiterungen weiter voranzutreiben, um Durchsatz zu erhöhen, ohne Dezentralisierung zu opfern. Parallel werde in Forschung für Native-Rollups investiert und mit L2Beat an mehr Transparenz und Prüfbarkeit der L2-Sicherheitsmerkmale gearbeitet. Das Zusammenspiel von L1 und L2 sei Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum des Ethereum-Ökosystems.
Bitlayer (BTR) bricht um 80% ein – Verdacht auf konzentrierten Abverkauf über Bithumb
Laut On-Chain-Analyst Ember (@EmberCN) fiel Bitlayer (BTR) seit gestern Nachmittag um 80% von 0,2 US-Dollar auf 0,04 US-Dollar. On-Chain-Daten zeigen, dass innerhalb eines Tages 41% des Umlaufs (rund 140 Mio. Tokens) an die Börse Bithumb transferiert wurden. Das deutet darauf hin, dass Bithumb ein zentraler Zielort für Spot-Abverkäufe oder mögliche Kursmanipulation gewesen sein könnte.
ZachXBT: Circle friert USDC in 16 Business-Hot-Wallets im Zusammenhang mit US-Zivilklage ein
Der On-Chain-Ermittler ZachXBT berichtet, Circle habe USDC-Guthaben in 16 Hot-Wallets mehrerer Unternehmen eingefroren. Auslöser sei eine laufende US-Zivilklage, deren Details nicht öffentlich seien; eine betroffene Firma habe dies gegenüber ZachXBT bestätigt. Er verwies darauf, dass die Wallets aus Bereichen wie Börsen, Casinos und Devisengeschäft stammen und keine klare Verbindung untereinander erkennen ließen. Er stellte die Frage, ob Circle die Freeze-Anfragen ausreichend geprüft habe. Da es sich um operative Hot-Wallets handle, die große Mengen an Nutzertransaktionen abwickeln, sei der Geschäftsbetrieb spürbar beeinträchtigt worden.
Tether beauftragt Big-Four-Prüfer mit erster vollständiger Audit-Prüfung
Tether teilte mit, eine Vereinbarung mit einer der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geschlossen zu haben, um die erste umfassende, unabhängige Prüfung des Jahresabschlusses einzuleiten. Das Unternehmen bezeichnete den Auftrag als die größte Erstprüfung in der Geschichte der Finanzmärkte. Gegenstand seien komplexe Strukturen, darunter digitale Assets, traditionelle Reserven und tokenisierte Verbindlichkeiten. Die Marktkapitalisierung von USD₮ habe inzwischen 184 Mrd. US-Dollar überschritten, weltweit nutzten mehr als 550 Mio. Menschen die Stablecoin. Tether will damit über branchenübliche "Attestations" hinausgehen und eine Vollprüfung etablieren, um die vollständige Deckung, ausreichende Liquidität und ein Risikomanagement nach internationalen Best Practices zu belegen. CEO Paolo Ardoino sagte: "Vertrauen entsteht durch Handeln, nicht durch Versprechen; diese Prüfung ist das Ergebnis jahrelanger Systemstärkung."
Robinhood genehmigt Aktienrückkauf über 1,5 Mrd. US-Dollar
Wie Bloomberg berichtet, hat Robinhood Markets ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das Rückkäufe eigener Aktien im Umfang von bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar erlaubt. Die Umsetzung ist über rund drei Jahre vorgesehen. Seit Anfang 2026 ist die Aktie um 39% gefallen; das Unternehmen sieht darin einen günstigen Zeitpunkt für Rückkäufe.
The Information: SpaceX will IPO-Antrag frühestens diese Woche einreichen
Laut The Information plant SpaceX, die Unterlagen für einen Börsengang bereits ab dieser Woche einzureichen.
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