Strategy (MSTR) kauft 535 BTC für 43 Mio. US-Dollar; Saylor verteidigt STRC-Finanzierung
Wie CoinDesk berichtet, legten die Aktien von Strategy (vormals MicroStrategy) in der vergangenen Woche deutlich zu, nachdem das Unternehmen seine Bitcoin-Käufe wieder aufgenommen hatte. Zugleich nahm Michael Saylor Stellung zu Anlegerfragen, ob Dividendenvorgaben bei Vorzugsaktien künftig Bitcoin-Verkäufe erzwingen könnten.
Aus einem am 11. Mai bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Bericht geht hervor, dass Strategy zwischen dem 4. und 10. Mai insgesamt 535 Bitcoin für rund 43 Mio. US-Dollar erwarb. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei etwa 80.340 US-Dollar je Bitcoin. Damit stiegen die gesamten Bestände auf 818.869 BTC. Insgesamt habe das Unternehmen für seine Bitcoin-Käufe rund 61,86 Mrd. US-Dollar aufgewendet, was einem durchschnittlichen Einstand von etwa 75.540 US-Dollar je Bitcoin (inklusive Gebühren und Kosten) entspricht. Da Bitcoin zuletzt über 81.000 US-Dollar notierte, liegen sowohl der jüngste Zukauf als auch der Gesamtbestand oberhalb des durchschnittlichen Einstandspreises.
Finanziert wurde der Zukauf über Markttransaktionen mit den Class-A-Stammaktien sowie mit unbefristeten Vorzugsaktien (Ticker: STRC). Im gleichen Zeitraum nahm Strategy daraus rund 42,9 Mio. US-Dollar ein. Die MSTR-Aktie schloss am Freitag bei 187,59 US-Dollar und gewann damit 9,8% auf Wochensicht. Auch im vorbörslichen Handel am Montag zog der Kurs nach den Kaufmeldungen an. Trotz der jüngsten Erholung liegt die Aktie weiter deutlich unter dem Hoch aus dem Sommer 2025.
Kaufpause nach Quartalszahlen beendet
Nach einer rund einwöchigen Pause rund um die Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal startete Saylor eine neue Kaufserie. Zuvor hatte er auf X neben dem internen Bitcoin-Kauftracker "Back to work" gepostet und damit die Wiederaufnahme der Käufe angedeutet. Strategy hatte für das erste Quartal einen hohen Nettoverlust ausgewiesen, vor allem wegen nicht realisierter Wertminderungen im Bitcoin-Bestand im Zuge einer Anpassung der Bilanzierung.
Die Zahlen befeuerten auch die Diskussion über die Finanzierungsstruktur und Dividendenverpflichtungen aus Vorzugsaktien. In der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen sagte Saylor, dass der Verkauf kleiner Bitcoin-Mengen auf Stückbasis weiterhin profitabel sein könne und Strategy künftig möglicherweise begrenzte Bitcoin-Beträge veräußern könnte, um Dividenden zu zahlen oder Schulden zu tilgen. Das sorgte für Aufmerksamkeit, weil Saylor seit Jahren eine "never sell"-Strategie propagiert.
In einem späteren Interview ordnete er die Möglichkeit von Verkäufen als Kapitalmanagement ein, nicht als Abkehr von der Akkumulationsstrategie. Sollte Strategy einen Bitcoin verkaufen, könne das Unternehmen über sein breiteres Finanzierungsmodell nach seiner Darstellung 10 bis 20 Bitcoin zurückkaufen. Saylor betonte, man wolle die Menge an Bitcoin je Stammaktie erhöhen. Als zentrale interne Kennzahl nannte er die Bitcoin-Rendite, die bei Finanzierungsentscheidungen, Aktienrückkäufen, Schuldenmanagement und Bitcoin-Käufen herangezogen werde.
STRC im Fokus der Finanzierung
STRC ist zu einem wesentlichen Baustein der Finanzierung geworden. Die jährliche Dividendenrate der Stretch-Vorzugsaktien liegt laut Bericht bei rund 11,5%; der Handelspreis soll nahe dem Nennwert von 100 US-Dollar liegen. Saylor hob hervor, dass STRC sich von klassischen Anleihen unterscheide: Das Instrument sei unbefristet, Anleger hätten kein zwingendes Rückzahlungsrecht. Damit verschaffe STRC Strategy dauerhaftes Kapital und lasse zugleich Liquidität im Markt, ohne dass das Unternehmen bei Rückgabewünschen Anteile einlösen müsse.
Zudem plant Strategy, die STRC-Dividende statt monatlich künftig zweiwöchentlich auszuschütten. Das solle Reinvestitionsverzögerungen verringern, die Liquidität erhöhen und die Preisstabilität verbessern. Strategy betreibt mehrere Vorzugsaktien-Programme, darunter STRK, STRC, STRF und STRD. Diese Instrumente stützen die umfassendere Finanzierungsinitiative, bis 2027 über Aktien- und Wandelanleihe-Emissionen 84 Mrd. US-Dollar einzuwerben. Saylor erklärte, die Aktivitäten am Kapitalmarkt würden je nach Bitcoin-Preis, Aktienaufschlag, Kreditbedingungen und verfügbaren Investitionschancen angepasst. Kritik, die Strategie setze auf wöchentliche Käufe, wies er zurück und verwies darauf, dass MSTR bei hohen Bitcoin-Preisen häufig mit deutlichem Aufschlag gehandelt werde und die Erlöse dann zum Bitcoin-Kauf genutzt würden.
Peter Schiff kritisiert STRC-Risiken
Der langjährige Bitcoin-Kritiker Peter Schiff erneuerte nach Saylors Aussagen seine Kritik am Finanzierungsmodell. STRC sei hochriskant, so Schiff, und er stellte infrage, ob das Produkt für Ruheständler geeignet sei, die Kapitalerhalt und laufende Erträge suchten. Sollten Anleger mit STRC Verluste erleiden, könnten Saylors öffentliche Aussagen rechtliche Folgen nach sich ziehen. Zudem bezeichnete Schiff STRC als zentralisierte Ponzi-Struktur, unabhängig von seiner Kritik an Bitcoin.
Saylor wies die Vorwürfe zurück. Aus seiner Sicht sei Bitcoin "digitales Kapital", und Strategy nutze Eigenkapital- und Kreditinstrumente, um mehr von diesem Vermögenswert zu erwerben. Vorzugsaktienprodukte wie STRC seien Teil einer Kapitalstruktur, die auf langfristiges Bitcoin-Halten ausgerichtet sei.