rsETH-Sicherheitsvorfall könnte DeFi-Kaskade und Liquidationskrise auslösen
Odaily Planet Daily berichtet: monetsupply.eth, Strategic Lead beim Spark Protocol, warnte auf X, dass sich der laufende rsETH-Vorfall mit der zunehmenden Anspannung der Liquidität im Stablecoin-Markt in eine deutlich riskantere Phase bewegen könnte. Rund 16,5% des ETH-Marktes stützen sich demnach auf rsETH. Sollten sich die damit verbundenen Verluste gleichmäßig über Mainnet- und Crosschain-Umgebungen verteilen, könnten rsETH-Kredite im eMode mit einem Abschlag von 10% bis 15% konfrontiert sein. Nach dem Aufbrauchen von Risikopuffern könnten für ETH-Einleger weiterhin Restverluste von 2% bis 3% verbleiben.
Unter diesen Annahmen dürften ETH-Anbieter dazu neigen, rasch auszusteigen. Das würde die Auslastung im Markt bei 100% festschreiben, während die Kreditkosten nicht ausreichen, um gehebelte Positionen wie wstETH und weETH zum Deleveraging und zur Freisetzung von Liquidität zu bewegen. Da ETH in diesem Szenario nicht abziehbar ist, können Nutzer, die Stablecoins wie USDT gegen ETH als Sicherheit geliehen haben, ihre Positionen nicht rechtzeitig schließen. Steigende Stablecoin-Lending-Raten ändern daran wenig; die bisherigen Marktanreize sind aus dem Takt geraten.
monetsupply.eth betonte, dass ein bei 100% Auslastung "eingeschlossener" DeFi-Markt eine kaskadierende Liquidationskrise auslösen und zwei zentrale Fehlanreize erzeugen könnte: Erstens können ETH-Halter ihre Besicherungsquote nicht anpassen, und Liquidatoren können Sicherheiten nicht abziehen und veräußern. Bei fallenden ETH-Kursen könnte sich fauler Kredit (Bad Debt) schnell aufbauen. Zweitens könnten Stablecoin-Einleger faktisch zum "Exit" motiviert werden, indem sie andere Stablecoins leihen und so bei geringen Kosten rund 75% ihres Kapitalrückhol-Spielraums sichern, solange noch positive Renditen verfügbar sind.
Für Kreditmärkte, die auf Liquiditätspools und Rekollateralisierung angewiesen sind, müsse Liquidität Priorität haben. In diesem Kontext schwäche Aaves jüngste Senkung der Obergrenze für den maximalen Borrowing-Zinssatz (slope2) die Deleveraging-Anreize und erhöhe das Risiko eines systemweiten Ausfalls deutlich.