Spark Protocol warnt: rsETH-Kontagio droht DeFi-Liquidationskaskade auszulösen
Wie ME News berichtet, schrieb monetsupply.eth, Strategic Lead bei Spark Protocol, am 19. April (UTC+8) auf X, dass sich der aktuelle rsETH-Vorfall mit zunehmend angespannter Liquidität im Stablecoin-Markt in eine riskantere Phase bewegen könnte. Rund 16,5% des ETH-Marktes seien durch rsETH unterlegt. Würden die damit verbundenen Verluste gleichmäßig über Mainnet- und Crosschain-Umgebungen verteilt, könnten rsETH-besicherte Kredite im eMode mit einem Abschlag von 10% bis 15% konfrontiert sein. Selbst nach Ausschöpfung von Risikopuffern könnten ETH-Einleger demnach noch Restverluste von 2% bis 3% tragen.
Vor diesem Hintergrund dürften ETH-Liquiditätsanbieter zu einem schnellen Rückzug tendieren, wodurch die Auslastung (Utilization) im Markt bei 100% "festklemmt". Gleichzeitig blieben die Borrowing-Rates zu niedrig, um gehebelte Positionen wie wstETH und weETH zum Deleveraging und zur Freisetzung von Liquidität zu bewegen. Da ETH in diesem Zustand nicht abgezogen werden kann, können Nutzer, die Stablecoins wie USDT gegen ETH als Sicherheit geliehen haben, ihre Positionen nicht rechtzeitig schließen. Steigende Stablecoin-Zinsen verschärfen die Lage, weil die bisherigen Marktanreize aus dem Gleichgewicht geraten.
monetsupply.eth warnt, dass ein solcher "Locked"-Zustand mit 100% Auslastung das DeFi-Ökosystem anfällig für eine Kaskade von Liquidationen macht und zwei verzerrte Anreizstrukturen erzeugt: Erstens können ETH-Halter ihre Health-Faktoren nicht aktiv steuern, und Liquidatoren können Sicherheiten nicht abziehen oder veräußern. Fällt der ETH-Preis, könnten sich faule Forderungen (Bad Debt) schnell aufbauen. Zweitens könnten Stablecoin-Einleger zu einem "indirekten Exit" verleitet werden, indem sie andere Stablecoins verleihen und so bei geringen Kosten rund 75% ihrer Kapitalrückgewinnung absichern, solange positive Renditen bestehen.
Für Kreditmärkte, die auf Liquiditätspools und Rekapitalisierung angewiesen sind, müsse Liquidität Priorität haben. Zuletzt habe Aave durch die Senkung der Obergrenze für den maximalen Borrowing-Rate-Anstieg (slope2) die Deleveraging-Anreize geschwächt und das Risiko eines systemischen Versagens spürbar erhöht. (Quelle: ODAILY)