SpaceX reicht Börsenprospekt für Nasdaq-IPO ein: 4,3 Mrd. US-Dollar Verlust und 18.712 Bitcoin im Bestand
SpaceX hat am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC den S-1-Börsenprospekt eingereicht und treibt damit den Weg zu einem der meistbeachteten Börsengänge der Markthistorie voran. Der Raketen-, Satelliteninternet- und KI-Infrastrukturkonzern von Elon Musk will seine Class-A-Stammaktien an der Nasdaq und an der Nasdaq Texas unter dem Kürzel SPCX notieren, wie aus dem vorläufigen Prospekt hervorgeht.
Zu den Konsortialführern zählen Goldman Sachs, Morgan Stanley, BofA Securities, Citigroup und J.P. Morgan. Die Unterlagen geben erstmals einen detaillierten Einblick in die Dimension der Geschäfte und die Kosten des Wachstums: Im ersten Quartal erzielte SpaceX einen Umsatz von 4,69 Mrd. US-Dollar, unterm Strich stand ein Nettoverlust von 4,28 Mrd. US-Dollar.
Zusätzlich offenbart SpaceX eine Bitcoin-Position: 18.712 BTC zu einem Einstandspreis von rund 35.000 US-Dollar je Bitcoin. Damit erhält der Börsengang auch eine Krypto-Treasury-Komponente.
Musk soll auch nach dem IPO Chief Executive Officer, Chief Technical Officer und Verwaltungsratsvorsitzender bleiben. Laut Prospekt hält er 12,3% der Class-A-Aktien und 93,6% der Class-B-Aktien und sichert sich über die Dual-Class-Struktur die Kontrolle. Class A hat eine Stimme je Aktie, Class B zehn Stimmen. SpaceX erwartet, nach den Nasdaq-Regeln als "controlled company" zu gelten; Musk soll damit über Aktionärsbeschlüsse, einschließlich der Wahl des Boards, maßgeblich bestimmen können.
Operativ positioniert sich SpaceX als Anbieter von Startdienstleistungen, wiederverwendbaren Trägersystemen, Satelliteninternet, KI sowie langfristiger orbitaler Infrastruktur. Laut Highlight-Seite des Prospekts hatte SpaceX bis zum 31. März 2026 rund 650 Starts absolviert; bei mehr als 85% der Missionen kamen ein oder mehrere wiederverwendete Booster zum Einsatz. Für 2025 weist das Unternehmen zudem aus, mehr als 80% der weltweit in den Orbit gebrachten Masse verantwortet zu haben. Bis Ende März seien 78 Crewmitglieder geflogen.
Der Prospekt skizziert auch den Zielkonflikt hinter der Bewertung: Starlink und das Startgeschäft bleiben die zentralen Ertragstreiber, während KI, die Entwicklung von Starship und langfristige Mars-Pläne die Ausgaben voraussichtlich hoch halten. Die Bitcoin-Position wird im Prospekt als Bestandteil einer deutlich größeren Infrastruktur- und Technologie-Story eingeordnet.
Die Bewertung des IPO dürfte weiter über dem letzten privaten Referenzwert liegen. Reuters zufolge peilt SpaceX für das Listing eine Bewertung von bis zu 1,75 Billionen US-Dollar an, nach einer kombinierten Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar für SpaceX und xAI nach deren Fusion im Februar.