Südkorea verpflichtet Kryptobörsen bis Ende Mai zu Asset-Abgleich im 5‑Minuten-Takt
Südkoreas Finanzaufsicht Financial Services Commission (FSC) verlangt von allen inländischen Kryptobörsen, ihre internen Bestandsbücher im Fünf-Minuten-Rhythmus mit den tatsächlich gehaltenen Vermögenswerten abzugleichen. Die vollständige Umsetzung soll laut Yonhap News bis Ende Mai abgeschlossen sein.
Die FSC teilte mit, dass von den fünf großen Kryptobörsen drei den Abgleich bislang nur im 24‑Stunden-Zyklus durchführen. Zwei Anbieter gleichen ihre Bestände bereits in Intervallen von fünf bis zehn Minuten ab. Prüfer stellten zudem fest, dass die Mechanismen zur Aussetzung des Handels (\u0022Circuit Breaker\u0022) Schwächen aufweisen, wenn es zu großflächigen Abweichungen zwischen Buch- und Ist-Beständen kommt.
Zusätzlich sollen die Börsen ihre täglichen Abgleichsalden öffentlich machen und sich monatlich externen Prüfungen durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften unterziehen. Die Vorgaben sollen in einen umfassenden Gesetzesentwurf für den Markt virtueller Vermögenswerte einfließen, den die südkoreanische Regierung und die regierende Demokratische Partei derzeit ausarbeiten.
Auslöser der Verschärfung war ein Vorfall bei Bithumb im Februar: Die Börse überwies irrtümlich 620.000 Bitcoin (BTC) an 249 Nutzer einer Werbeaktion, was den Bitcoin-Kurs vorübergehend belastete. Bithumb sperrte daraufhin Handel und Auszahlungen der betroffenen Konten; der Großteil der fehlgeleiteten BTC wurde inzwischen zurückgeführt. Der Vorfall legte nach Einschätzung der Aufsicht jedoch erhebliche Schwächen in den internen Kontrollsystemen offen.