Südkorea belegt Coinone wegen Compliance-Verstößen mit Strafe von 3,5 Mio. US-Dollar

Südkoreas Aufsicht verschärft den Kurs gegen Verstöße im Kryptosektor: Die Börse Coinone wird wegen gravierender Mängel bei Identitätsprüfungen und bei Transaktionen mit ausländischen Plattformen sanktioniert. Die Financial Intelligence Unit (FIU) verhängte nach Medienberichten eine Geldbuße von 5,2 Mrd. Won, umgerechnet rund 3,5 Mio. US-Dollar, und ordnete zusätzliche betriebliche Auflagen an. Kern der Maßnahme ist eine dreimonatige teilweise Betriebsbeschränkung. In diesem Zeitraum dürfen Neukunden keine Mittel einzahlen oder abheben, um zu handeln. Bestandskunden können die Dienste weiter wie gewohnt nutzen. Die Aufsicht will damit Korrekturen erzwingen, ohne den Markt unnötig zu belasten. Die Ermittlungen sehen erhebliche Lücken in den internen Kontrollen: Coinone soll bei rund 70.000 Nutzerkonten die Identitätsprüfung nicht ordnungsgemäß durchgeführt haben. Zudem wurden etwa 40.000 Verstöße gegen Sorgfaltspflichten festgestellt, die auf unvollständige oder widersprüchliche Kundendaten zurückgeführt werden. In weiteren rund 30.000 Fällen seien Transaktionsbeschränkungen nicht umgesetzt worden, obwohl erforderliche Verifizierungsschritte fehlten. Zusätzliche Kritik betrifft grenzüberschreitende Aktivitäten. Nach Angaben der Behörden wickelte Coinone nahezu 10.000 Transaktionen mit 16 nicht registrierten ausländischen Börsen ab. Das verstoße gegen lokale Vorgaben, die eine strikte Kontrolle von Krypto-Geschäften über Landesgrenzen hinweg verlangen. Coinone teilte mit, man prüfe die Feststellungen der Aufsicht und setze Maßnahmen zur Behebung der Defizite um. Zudem soll der CEO im Rahmen des Verfahrens offiziell gerügt werden. Die FIU räumte der Plattform zehn Tage ein, eine Stellungnahme einzureichen, bevor die Sanktion finalisiert wird. Der Fall folgt auf ein ähnliches Vorgehen gegen Bithumb und deutet auf eine konsequentere, einheitliche Linie gegenüber großen Handelsplätzen hin. Für Anbieter in Südkorea steigen damit die Erwartungen an robuste KYC- und AML-Prozesse sowie an die Kontrolle von Auslandsbeziehungen deutlich.