Südkorea führt ab Januar 2027 22%-Kryptosteuersatz auf Gewinne über 1.850 US-Dollar ein
Südkoreas Ministerium für Wirtschaft und Finanzen hat offiziell bestätigt, dass die Besteuerung von virtuellen Vermögenswerten ab Januar 2027 startet. Moon Kyungho, Leiter der Abteilung für Einkommensteuer im Ministerium, erklärte auf einem Dringlichkeitsforum in der Nationalversammlung, die Regierung halte am Zeitplan fest: Ab dem 1. Januar sollen Erträge aus der Übertragung oder der Verleihung virtueller Assets nach dem geltenden Einkommensteuergesetz als "sonstige Einkünfte" eingestuft werden.
Konkret gilt für jährliche Kryptogewinne oberhalb von 2,5 Mio. Won (rund 1.850 US-Dollar) ein Gesamtsteuersatz von 22%, bestehend aus 20% Einkommensteuer und 2% lokaler Einkommensteuer. Betroffen sein dürfte ein großer Teil der Privatanleger: Nach Regierungsangaben gibt es im Land etwa 13,26 Mio. Investoren in virtuelle Vermögenswerte, basierend auf der kumulierten Nutzerzahl bei Upbit, der größten Börse Südkoreas, per Dezember.
Zur operativen Umsetzung arbeitet der Nationale Steuerdienst (NTS) an den technischen Grundlagen für den Steuereinzug. Moon zufolge wird derzeit eine entsprechende Bekanntmachung vorbereitet; dazu finde eine enge Abstimmung mit den fünf großen Anbietern statt: Dunamu, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax. Eine Veröffentlichung stehe nicht unmittelbar bevor, betonte Moon nach dem Forum gegenüber Journalisten, um Missverständnisse zu vermeiden. Die NTS-Mitteilung soll noch in diesem Jahr wirksam werden; größere Börsen wie Upbit und Bithumb sollen 2026 finale Hinweise erhalten.
Die Bekräftigung des Starttermins erfolgt vor dem Hintergrund, dass einzelne politische Kreise und Anlegergruppen eine erneute Verschiebung fordern. Als Gründe werden Marktschwankungen und der Bedarf an einer belastbareren Regulierung genannt. Die jüngsten Aussagen des Ministeriums deuten darauf hin, dass die Regierung am aktuellen gesetzlichen Fahrplan festhält.