Solana-ETF verbucht 39 Mio. US-Dollar Wochenzufluss, Futures-Open-Interest steigt um 30%

Solana-Spot-ETFs haben in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von 39,23 Mio. US-Dollar verzeichnet – der stärkste Wochenwert seit Februar. Das geht aus Daten von SoSoValue hervor. Den Löwenanteil lieferte Bitwise' gestakter ETF BSOL mit rund 36 Mio. US-Dollar (etwa 92%), Fidelity's FSOL zog rund 1,8 Mio. US-Dollar an. Seit dem Start hat BSOL Vermögen von rund 861 Mio. US-Dollar aufgebaut und steht damit für etwa 81% der kumulierten Zuflüsse aller Solana-Spot-ETFs (insgesamt rund 1,06 Mrd. US-Dollar). Die jüngsten Wochenzuflüsse fallen in eine Phase, in der die monatlichen Mittelzuflüsse zuvor sechs Monate in Folge nachgelassen hatten. Nach einem Hoch von 419 Mio. US-Dollar im November lagen die Monatswerte laut BeInCrypto/SoSoValue bei 148 Mio. US-Dollar (Dezember), 105 Mio. (Januar), 63 Mio. (Februar), 45,44 Mio. (März) und 39,93 Mio. (April; niedrigster Monat seit Produktstart). In den ersten beiden Maiwochen näherten sich die Wochenzuflüsse bereits dem April-Gesamtwert. Sollte sich das Tempo fortsetzen, wäre das eine erste Umkehr des sechsmonatigen Abwärtstrends. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung belaufen sich die gesamten Nettovermögenswerte aller SOL-Spot-ETFs auf rund 938 Mio. US-Dollar; SOL macht damit etwa 1,82% der Nettovermögenswerte aus, die kumulierten Nettozuflüsse liegen über 1 Mrd. US-Dollar. Parallel zieht der Derivatemarkt deutlich an. Coinglass zufolge stieg das Open Interest in SOL-Futures von 4,94 Mrd. US-Dollar am 1. Mai auf 6,4 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 29,5% innerhalb von rund zwei Wochen (Zuwachs knapp 1,5 Mrd. US-Dollar). Das wird als Hinweis auf frisches Kapital gewertet, nicht nur als Umschichtung bestehender Positionen. Auch am Spotmarkt nahm die Kaufaktivität zu. Velo.Chart-Daten zeigen, dass die kumulierte Volumendifferenz (CVD) im Spotmarkt – die Netto-Differenz aus aggressiven Käufen und Verkäufen – innerhalb von fünf Tagen von 163 Mio. auf knapp 250 Mio. US-Dollar stieg. Die Futures-CVD legt seit dem 5. Mai zu und erreichte zuletzt etwa 594 Mio. US-Dollar. Käufer absorbieren damit Verkaufsliquidität zugleich in Spot und Futures. Die Funding Rate liegt weiterhin um 0,065% und signalisiert, dass Long-Positionen zwar bezahlen, das Niveau aber noch nicht als überhitzt gilt. Nach dem Anstieg in die Zone um 95–96 US-Dollar flachten Spot- und Volumenindikatoren zuletzt ab, was auf nachlassendes kurzfristiges Momentum hindeutet. Für zusätzliche Impulse sorgt die technische Entwicklung im Netzwerk. CoinDesk berichtete am 11. Mai, dass das Kernteam Anza die bislang größte Konsens-Überarbeitung Solanas, "Alpenglow", im Community-Test-Cluster aktiviert hat. Das Upgrade soll Proof-of-History und TowerBFT durch die neuen Protokolle Votor und Rotor ersetzen. Ziel ist es, die Finalität von derzeit rund 12,8 Sekunden auf etwa 150 Millisekunden zu senken – eine nahezu 100-fache Beschleunigung. In einer Community-Abstimmung im September votierten 98,27% der Staker für den Vorschlag; die Beteiligung lag bei 52%. Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko sagte vergangene Woche auf der Consensus-Konferenz in Miami, bei reibungslosem Testverlauf könne ein Mainnet-Start bereits im nächsten Quartal erfolgen. Beobachter verweisen zudem auf eine Verschiebung der Halterstruktur. Der Krypto-Kommentator gum schrieb auf X, SOL breche zwar aus einer viermonatigen Seitwärtsphase aus, entscheidend sei aber die Marktstruktur: In der Konsolidierung seien kurzfristige Trader und spekulatives Kapital schrittweise ausgestiegen, das Handelsvolumen sei deutlich gesunken. "Conviction Holder" hätten dadurch wieder mehr Kontrolle über das Angebot gewonnen; unter einer solchen Verteilung könne ein Anziehen des Volumens die Aufwärtsdynamik verstärken. Aus charttechnischer Sicht wird ein Adam-&-Eve-Bodenmuster diskutiert, das ein Kursziel von 120 US-Dollar implizieren kann. Gleichzeitig bleiben Risiken präsent: Das Muster gilt erst nach Bestätigung durch einen Tagesschluss als belastbar. Hält SOL die Marke von 95 US-Dollar nicht, rückt ein erneuter Test der Unterstützungszone 89–91 US-Dollar in den Fokus. BeInCrypto warnte zudem, dass ausbleibende oder erneut sinkende ETF-Zuflüsse im Mai Verkaufsdruck begünstigen könnten. Der schnelle Aufbau hoch gehebelter Positionen erhöht die Gefahr, dass Rücksetzer Liquidationsketten auslösen und die Volatilität verstärken. Auch ein "Liquiditätsvakuum" nach nachlassender Retail-Euphorie – zuletzt häufig nach Meme-Coin-Phasen beobachtet – bleibt ein wiederkehrendes Risikomuster. Unterm Strich verdichten sich bullische Signale aus ETF-Flows, Derivatemarkt, Funding und Onchain-Daten. Der Weg von 95 in Richtung 120 US-Dollar hängt jedoch davon ab, ob die tatsächliche Kaufnachfrage die Bewegung Schritt für Schritt trägt.