Südkoreanisches Gericht setzt FIU-Teilgeschäftsverbot gegen Coinone bis 29. Mai aus

Ein Gericht in Südkorea hat der Kryptobörse Coinone vorerst Erleichterung verschafft: Das Verwaltungsgericht Seoul hat die teilweise Geschäftssperre der Financial Intelligence Unit (FIU) vorläufig ausgesetzt. Die Aussetzung gilt bis zum 29. Mai 2025 und stoppt damit zunächst eine Sanktion, die den Betrieb der Börse spürbar eingeschränkt hätte. Der Beschluss erging am 25. April 2025. Er richtet sich gegen die Durchsetzung einer von der FIU verhängten Maßnahme, zu der sowohl ein Bußgeld von 5,2 Mrd. Won (rund 3,9 Mio. US-Dollar) als auch eine dreimonatige Teil-Suspendierung zählten. Das Gericht stellte klar, dass es sich um eine einstweilige Anordnung handelt und nicht um eine endgültige Entscheidung in der Sache. Die FIU, die der Financial Services Commission (FSC) untersteht, hatte die Strafe am 13. April 2025 ausgesprochen. Begründet wurde sie mit Verstößen gegen das Gesetz über die Meldung und Nutzung bestimmter Informationen zu Finanztransaktionen (Act on Reporting and Using Specified Financial Transaction Information). Der Behörde zufolge soll Coinone verdächtige Transaktionen nicht ordnungsgemäß gemeldet und unzureichende Maßnahmen zur Kundenidentifizierung (Customer Due Diligence) umgesetzt haben. Die Sanktion sollte ab dem 29. April 2025 greifen. Geplant war ein teilweises Geschäftsverbot, das vor allem die Aufnahme neuer Kunden betroffen hätte: Neuen Kunden wäre die Übertragung von virtuellen Vermögenswerten untersagt worden. Bestandskunden wären zwar nicht unmittelbar betroffen gewesen, der Stopp beim Onboarding hätte das Wachstum jedoch gebremst und die Wettbewerbsposition geschwächt. Nach Darstellung der FIU habe die Untersuchung strukturelle Schwächen im Compliance-System von Coinone aufgezeigt, die missbräuchliche Geldflüsse über die Plattform begünstigt haben könnten. Die Maßnahme sei Teil eines verschärften Durchgreifens gegen Compliance-Mängel in der Branche. Das Gericht stützte die vorläufige Aussetzung auf mehrere Aspekte: Es sah die Gefahr eines nicht wiedergutzumachenden Schadens für Coinones Geschäft und Reputation durch ein dreimonatiges Onboarding-Verbot. Zudem deutete es mögliche Verfahrensmängel bei der FIU-Entscheidung an, die die Rechtmäßigkeit der Sanktion beeinträchtigen könnten. Auch das öffentliche Interesse floss ein: Ein harter Einschnitt bei einem großen Anbieter könne den Markt belasten und das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen. Mit der einstweiligen Anordnung kann Coinone vorerst regulär weiterarbeiten und auch neue Kunden aufnehmen. Die Entscheidung verschafft der Börse Zeit, ihre Compliance-Strukturen zu verbessern und ihre Rechtsposition im Hauptverfahren darzulegen. Eine abschließende Klärung der Rechtmäßigkeit der Sanktion wird später erwartet und kann mehrere Monate dauern. Für den südkoreanischen Kryptomarkt hat der Fall Signalwirkung. Coinone steht im Wettbewerb mit dominierenden Plattformen wie Upbit und Bithumb und kämpft um Marktanteile. Zugleich beobachten Marktteilnehmer die wachsende Durchsetzungspraxis der FIU, die zuletzt häufiger zu Bußgeldern und Geschäftsbeschränkungen gegriffen hat. Der Ausgang des Verfahrens könnte Maßstäbe dafür setzen, wie Gerichte künftige Konflikte zwischen Regulierern und Börsen bewerten und wie die FIU ihre Maßnahmen begründet und umsetzt. Zeitlicher Überblick: - 13. April 2025: FIU verhängt gegen Coinone ein Bußgeld von 5,2 Mrd. Won und ordnet eine dreimonatige teilweise Geschäftsaussetzung an. - 25. April 2025: Verwaltungsgericht Seoul setzt die FIU-Maßnahme vorläufig aus. - 29. April 2025: Ursprünglich geplanter Start der Geschäftsbeschränkung, durch Gerichtsbeschluss gestoppt. - 29. Mai 2025: Ablauf der vorläufigen Aussetzung; mögliche Verlängerung oder weitere gerichtliche Entscheidung. Rechtsexperten werten den Beschluss als wichtigen Hinweis darauf, dass die FIU bei der Durchsetzung strenger Vorgaben verfahrensrechtlich sauber vorgehen muss. Zugleich bleibt der Konflikt zwischen Innovationsdynamik und strikten Compliance-Anforderungen in einem der weltweit aktivsten Kryptomärkte sichtbar. Für Anleger bringt die Aussetzung kurzfristig Stabilität: Coinone-Nutzer können weiter handeln, neue Kunden können sich registrieren. Das Grundverfahren ist damit nicht entschieden. Sollte das Gericht die Sanktion später bestätigen, könnte die Einschränkung zu einem späteren Zeitpunkt erneut drohen. Hinweis: Diese Informationen stellen keine Anlage- oder Handelsberatung dar. Für Investitionsentscheidungen wird unabhängige Recherche und/oder die Beratung durch qualifizierte Fachleute empfohlen.