Senat bestätigt Kevin Warsh als 17. Fed-Chef – knappstes und umstrittenstes Votum der Geschichte

Der US-Senat hat Kevin Warsh am heutigen Tag mit 54 zu 45 Stimmen als 17. Vorsitzenden der Federal Reserve bestätigt. Damit fällt die Bestätigung so knapp aus wie nie zuvor bei der Ernennung eines Fed-Chairs. Der 56-Jährige folgt auf Jerome Powell, dessen Amtszeit am Freitag endet. Als einziger Senator stimmte John Fetterman aus Pennsylvania entgegen der Parteilinie. Powell bleibt der Notenbank als Gouverneur bis Januar 2028 erhalten. Warsh, früher bei Morgan Stanley tätig und einst Wirtschaftsberater der Regierung von George W. Bush, gehörte dem Fed-Board bereits von 2006 bis 2011 an. Öffentlich forderte er einen "Regimewechsel" in der Zentralbank, darunter einen schnelleren Abbau der Fed-Bilanz sowie eine engere Abstimmung mit dem US-Finanzministerium. An den Märkten sind die von Trump geforderten Zinssenkungen derzeit nicht eingepreist. Die aktuellen Erwartungen deuten auf stabile Zinsen oder sogar eine mögliche Anhebung bis Jahresende hin, da der US-Israel-Krieg mit Iran die Inflationsrisiken erhöht. Warsh wird seine erste FOMC-Sitzung am 16.–17. Juni leiten.