Senatskompromiss zur CLARITY Act: Stablecoin-Renditen verboten, "Rewards" sollen drei Behörden definieren
Ein neuer Kompromiss-Entwurf zur CLARITY Act soll Krypto-Plattformen untersagen, auf Stablecoin-Bestände Renditen anzubieten. Gleichzeitig sollen drei US-Bundesbehörden festlegen, welche aktivitätsbasierten "Rewards" weiterhin zulässig sind.
Die Informationen stammen laut Eleanor Terrett aus einer internen E-Mail an Stakeholder, die nach nicht öffentlichen Durchgängen auf dem Capitol Hill mit führenden Vertretern der Kryptoindustrie verbreitet worden sein soll.
Der Text ist demnach Ergebnis mehrwöchiger Verhandlungen zwischen den Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks. Bankenvertreter sollen denselben Entwurf am 25. März prüfen.
Kernpunkt: Digitale Vermögensdienstleister, darunter Börsen und Broker, dürften auf Stablecoin-Salden keine Rendite "direkt oder indirekt" gewähren. Verboten wäre zudem alles, was als "wirtschaftlich oder funktional gleichwertig" zu Zinsen eingestuft wird.
Zulässig bleiben könnten dagegen aktivitätsbasierte Vergütungen im Rahmen von Treueprogrammen, Promotions oder Abonnements, sofern sie die Gleichwertigkeits-Schwelle nicht auslösen. SEC, CFTC und das US-Finanzministerium sollen gemeinsam innerhalb von 12 Monaten definieren, welche Rewards erlaubt sind, und Anti-Umgehungsregeln ausarbeiten.
Die teils vage Formulierung sorgt laut dem Bericht für Kritik. Der "economic equivalence"-Standard könne von künftigen Aufsehern strenger ausgelegt werden. Zudem erschwerten Grenzen bei der Kopplung von Rewards an Salden die Gestaltung von Anreizmodellen. Terrett sprach insgesamt von einem engeren und restriktiveren Ansatz gegenüber Krypto.
Der Ausgang gilt dennoch als weitgehend erwartbar und als breiter gefasst als ein früherer Tillis-Alsobrooks-Ansatz, der stärkere Einschränkungen für Krypto-Plattformen vorgesehen hätte.
Die CLARITY Act passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen und wurde im Januar 2026 vom Senate Agriculture Committee gebilligt. Das Markup im Senate Banking Committee ist für Ende April vorgesehen. Senator Bernie Moreno warnte, sollte das Gesetz bis Mai nicht ins Plenum kommen, könne die Digital-Asset-Gesetzgebung bis nach den Midterms ins Stocken geraten.
Bloomberg-Intelligence-Analysten schätzen, dass Stablecoin-Erlöse 2025 rund 19% der gesamten Coinbase-Umsätze ausmachten. Entsprechend wäre der Wortlaut für börsennotierte Kryptounternehmen finanziell wesentlich. Rückmeldungen der Banken am 25. März könnten die Endfassung vor der Ausschussabstimmung noch verändern.