SEC skizziert Rahmenwerk für tokenisierte Wertpapiere – Einführung 2026 geplant

Die US-Börsenaufsicht SEC arbeitet an einem neuen Regelwerk für die Notierung und den Handel tokenisierter Wertpapiere. Trading-and-Markets-Direktor Jamie Selway stellte die Eckpunkte am 4. Juni 2026 in New York vor. Leitprinzip ist "Innovation ohne Arbitrage": Tokenisierte und klassische Wertpapiere sollen unter einem einheitlichen Ordnungsrahmen behandelt werden, ohne dass neue Anbieter oder etablierte Marktakteure strukturelle Vorteile erhalten. Selway sagte, die SEC entwickle die Regeln auf Weisung von Chairman Atkins. Im Fokus stehen Überarbeitung und Klarstellung von Vorgaben zu Verwahrung, Emission und Sekundärhandel. Zusätzlich prüft die Division of Trading and Markets ein Konzept einer "Innovation Exemption" für Handelsplätze, die tokenisierte Wertpapiere anbieten. Parallel koordinieren SEC und CFTC ihre Aufsicht über überschneidende Bereiche im Derivategeschäft, um Regulierungslücken zu schließen. Geprüft werden unter anderem Produktdefinitionen, Portfolio-Margining sowie Swap-Reporting-Regeln. Nach Selway umfasst die Abstimmung auch die Bewertung von Perpetual Futures und verwandten Derivaten. Ziel ist es, regulatorische Arbitrage zwischen Marktstrukturen zu verhindern und übermäßige Hebelwirkungen im Retail-Segment zu begrenzen. Selway warnte davor, dass neue tokenisierte Instrumente hohen Leverage bis zu Privatanlegern durchreichen könnten, und betonte die klare Abgrenzung zwischen Investieren und Produkten mit Glücksspielcharakter. Als Teil einer breiteren Entwicklung strukturierter Märkte hatte die SEC am 22. Mai die Nasdaq PHLX für die Notierung von Bitcoin-Indexoptionen zugelassen. Marktinfrastrukturanbieter bereiten sich bereits auf die tokenisierte Abwicklung vor. Die DTCC kündigte begrenzte Produktionstests für tokenisierte Wertpapiere über DTC-Services ab Juli 2026 an. Ein breiterer Rollout ist laut Mitteilung für Oktober 2026 vorgesehen. Nasdaq und die NYSE entwickeln ebenfalls Plattformen für tokenisierte Abwicklung und Handel. Selway erklärte außerdem, die SEC arbeite bis Ende 2026 auf einen 23-Stunden-Handel an fünf Tagen pro Woche für Aktien hin. Dafür würden Regulation NMS sowie Audit-Systeme modernisiert. Marktteilnehmer sollten keine Zuständigkeitslücken ausnutzen, sondern Vorschläge über formelle regulatorische Verfahren einreichen.