SEC-Chef Paul Atkins deutet mögliche Regeländerungen für Onchain-Handelsplattformen an

SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat signalisiert, dass die US-Börsenaufsicht zentrale Wertpapierregeln mit Blick auf Onchain-Finanzsysteme überprüfen könnte. Es ist eines der bislang deutlichsten Zeichen dafür, dass die Regulierung in den USA bei DeFi-Märkten in Richtung eines passgenaueren Rahmens rücken könnte. Auf der Special Competitive Studies Project AI+ Expo am 8. Mai sagte Atkins, die bestehenden Wertpapierregelwerke ließen sich nicht immer sauber auf moderne blockchainbasierte Systeme übertragen. "Softwareanwendungen ordnen sich heute nicht immer ordentlich entlang dieser kategorialen Linien", erklärte er mit Blick auf Onchain-Handelssysteme. Er verwies darauf, dass einige Protokolle inzwischen Handel, Collateral-Management, Liquiditäts-Routing, Abwicklung sowie automatisierte Renditestrategien in einer einzigen Anwendung bündeln. Atkins zufolge sollte die SEC prüfen, wie die geltenden Regeln auf Onchain-Systeme anzuwenden sind – insbesondere in Bezug auf Börsen, Broker, Dealer, Clearingstellen und Krypto-"Vaults". Zudem brachte er "begrenzte Innovationspfade" und künftige Regelsetzung speziell für blockchainbasierte Finanzinfrastruktur ins Spiel. Ein Schwerpunkt ist die Definition der "Exchange" und ihre Anwendung auf dezentrale Handelsplattformen. Die SEC könne über ein "zukunftssicheres" Regelwerk im Rahmen eines formellen Notice-and-Comment-Verfahrens nachdenken. Atkins stellte auch die Frage, ob automatisierte Onchain-Abwicklungssysteme unter die klassischen Regeln für Clearing Agencies fallen sollten. "Wenn die Abwicklung nahezu sofort erfolgt und das Kontrahentenrisiko algorithmisch gesteuert wird, verlangt das traditionelle Clearing-Agency-Modell eine neue Analyse", sagte er. Der Auftritt markiert auch eine spürbare Tonverschiebung gegenüber der in den vergangenen Jahren stärker durch Durchsetzung geprägten Krypto-Linie der SEC. Atkins betonte wiederholt Flexibilität, Innovation und regulatorische Anpassung. Er zog Parallelen zur Behandlung elektronischer Handelssysteme Ende der 1990er Jahre, als die Aufsicht mit Regulation ATS einen eigenen Rahmen schuf, statt neue Technologien in alte Marktstrukturen zu pressen. Zugleich lobte er jüngste SEC-Mitarbeiterhinweise, No-Action-Letters und FAQs zu Blockchain-Märkten, die die rechtliche Unsicherheit für Unternehmen verringert hätten, die mit tokenisierten und Onchain-Systemen experimentieren. Atkins ging auch auf Künstliche Intelligenz und "agentic finance" ein und warnte davor, Unternehmen auf starre Technologiestandards festzulegen. KI könne die Marktteilnahme ausweiten und das Risikomanagement verbessern, die Verantwortung für eingesetzte Werkzeuge bleibe aber bei den Firmen. Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Krypto-Unternehmen verstärkt Infrastruktur für KI-getriebene Zahlungen, autonome Agenten und Onchain-Finanzautomatisierung aufbauen. Zusammenfassung: SEC-Chef Paul Atkins stellt mögliche Anpassungen bei Regeln für Onchain-Handelssysteme, Clearing-Modelle und Krypto-Infrastruktur in Aussicht. Die Rede deutet auf eine stärker zugeschnittene Regulierung für DeFi-Märkte hin.