US-Marineblockade: Iranische Öltanker vor dem Hafen Chabahar gestoppt
BlockBeats berichtet am 28. April unter Berufung auf Schifffahrts-Trackingdienste und Satellitendaten, dass Irans Rohölexporte infolge einer Blockade durch die US-Navy rasch zum Stillstand kommen. In den Gewässern vor dem Hafen Chabahar sammeln sich demnach zahlreiche voll beladene Supertanker – in unmittelbarer Nähe zur Kontrolllinie des US-Militärs.
Aktuell liegen laut Daten sechs bis acht VLCCs sowie mehrere kleinere Tanker im Golf von Oman vor Anker. Zuvor soll das US-Militär in der Region zwei große Tanker abgefangen und umgeleitet haben. Mit der zunehmenden Lähmung der Transportfunktion der Straße von Hormus ist Irans schwimmende Offshore-Lagerhaltung auf rund 155 Millionen Barrel Rohöl gestiegen.
Um Exporte aufrechtzuerhalten, hat Iran laut Bericht sogar 30 Jahre alte Tanker wieder in Betrieb genommen, die seit drei Jahren außer Dienst waren. Daten von Kpler zeigen, dass die verbleibende Lagerkapazität nur noch für weitere 12 bis 22 Tage ausreicht. Sollte die Blockade anhalten, rechnet der Markt damit, dass Iran bereits ab Mitte Mai die Förderung drosseln könnte – möglicherweise um bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag.
Auch die Exportzahlen haben sich deutlich verschlechtert: Im März lagen Irans durchschnittliche tägliche Rohölexporte noch bei rund 1,85 Millionen Barrel, zuletzt fielen sie auf etwa 567.000 Barrel, ein Rückgang um ungefähr 70%. Analysten verweisen darauf, dass iranisches Rohöl überwiegend über indirekte Kanäle nach Asien verkauft wird und die Einnahmewirkung typischerweise drei bis vier Monate verzögert eintritt. Die aktuellen Sanktionen hätten sich daher noch nicht vollständig in den Staatseinnahmen niedergeschlagen.