Robinhood nimmt bestimmte Prognosemarkt-Kontrakte wegen Manipulations- und Insiderhandelsrisiken aus dem Angebot
Robinhood treibt den Ausbau seines Geschäfts mit Prognosemärkten voran, schließt einzelne Kontrakte aber bewusst aus. Hintergrund sind Risiken, dass bestimmte Produkte Marktmanipulation begünstigen oder Insiderhandel erleichtern könnten.
Jordan Sinclair, Präsident von Robinhood UK, sagte, das Unternehmen lege großen Wert auf die Vermeidung von Marktmissbrauch. Robinhood werde nicht jede Art von Prognosemarkt- oder Eventkontrakt anbieten, sondern nur ausgewählte Produkte, die besser zur eigenen Kundschaft passten.
Zuletzt sorgten mehrere Fälle von "präzisen Wetten" für regulatorische Aufmerksamkeit. So wurden auf Polymarket vor US-Maßnahmen gegen Iran ungewöhnlich große Positionen platziert. In Israel gingen Aufsichtsbehörden zudem gegen zwei Personen vor, die vertrauliche Informationen für Wetten genutzt haben sollen.
Ausdrücklich ausgeschlossen sind bei Robinhood auch sogenannte "Mention Markets", etwa Wetten darauf, welche Wörter in einer Rede fallen werden. Diese Formate gelten als besonders anfällig für Manipulation.
Derzeit bietet Robinhood Prognosemarkt-Produkte vor allem über Partnerschaften mit Kalshi und ForecastEx an und setzt damit auf regulierte Plattformen, um Informationsmissbrauch sowie grenzüberschreitende Compliance-Risiken zu begrenzen. Polymarket unterliegt nach Darstellung des Berichts nicht derselben Regulierungstiefe und ermöglicht den Handel über Krypto-Wallets bei weniger strenger Identitätsprüfung.
Robinhood hatte Prognosemärkte zuvor als möglichen Wachstumstreiber hervorgehoben. CEO Vlad Tenev erklärte, das Geschäft könne bis 2025 zu den am schnellsten wachsenden Segmenten zählen und das Potenzial haben, jährliche Handelsvolumina in Höhe von Billionen US-Dollar zu erzeugen. (Financial Times, UK)