Ripple legt Post-Quantum-Fahrplan für XRPL bis 2028 vor – XRP-Wale kaufen 360 Mio. XRP

Ripple hat eine mehrstufige Roadmap vorgestellt, mit der der XRP Ledger (XRPL) bis spätestens 2028 "post-quantum-ready" werden soll. Der Plan sieht eine schrittweise Migration vor und adressiert neben kryptografischen Fragen auch den operativen Betrieb, um Nutzer zu schützen und zugleich Stabilität sowie Abwicklungsgeschwindigkeit des Netzwerks zu sichern. Im Zentrum steht die Vorbereitung auf ein mögliches "QDay"-Szenario, bei dem heutige Public-Key-Verfahren nicht mehr als sicher gelten. In diesem Fall müsste XRPL einen belastbaren Migrationspfad bieten, um Guthaben von klassischen Konten auf postquantum-sichere Konten zu übertragen. Als Ansatz prüft Ripple unter anderem Zero-Knowledge-Proofs, mit denen sich der Besitz bestehender Schlüssel nachweisen ließe, ohne sensible Daten offenzulegen. Für die erste Jahreshälfte 2026 plant Ripple breit angelegte Tests von Post-Quantum-Kryptografie im Netzwerk. Untersucht werden soll, wie sich größere Schlüssel und Signaturen auf Speicherbedarf, Bandbreite und Transaktionsleistung auswirken. Im Fokus stehen von NIST empfohlene Algorithmen und deren Verhalten unter realen XRPL-Transaktionsbedingungen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die Erprobung ausgeweitet werden: Auf dem Devnet sollen hybride Signaturmodelle laufen, bei denen Post-Quantum-Signaturen parallel zu bestehenden Elliptic-Curve-Signaturen eingesetzt werden. Entwickler könnten damit Performance und Bedienbarkeit prüfen, ohne das Live-Netzwerk zu beeinträchtigen. Die Abschlussphase sieht ein formales Amendment-Verfahren und den vollständigen, netzwerkweiten Übergang vor. Die Produktionsreife ist spätestens für 2028 angepeilt. Ripple verweist darauf, dass XRPL bereits Eigenschaften mitbringt, die eine Migration erleichtern. Dazu zählt die native Key-Rotation, mit der Nutzer schrittweise von alten Schlüsseln weg wechseln können, ohne die grundlegende Kontostruktur zu ändern. Zudem hebt das Unternehmen die seedbasierte Schlüsselgenerierung hervor, die eine deterministische Erzeugung neuer Keys ermöglicht und künftige Upgrades besser koordinierbar machen soll. Diese Funktionen seien keine Post-Quantum-Lösung an sich, bildeten aber eine geeignete Basis für einen längeren Übergang. Zur Beschleunigung der frühen Entwicklungsphase arbeitet Ripple mit Project Eleven zusammen. Geplant sind Validator-Tests, Devnet-Benchmarks sowie erste Custody-Wallet-Prototypen mit hybriden Post-Quantum-Signaturmodellen. Ripple erwartet dadurch einen schnelleren Start der Experimente und zusätzliche Daten dazu, wie XRPL einen späteren Übergang im großen Maßstab bewältigen könnte. Parallel dazu befeuert die Roadmap die Debatte um den kurzfristigen Kursausblick für XRP. Der Analyst Ali Charts sieht XRP technisch auf dem Weg von einer bärischen in eine bullische Struktur. Er verweist auf ein tägliches SuperTrend-Kaufsignal, das erstmals seit Januar aufgetaucht sei und auf nachlassenden Verkaufsdruck nach langer Konsolidierung hindeute. Zudem hätten sogenannte Whale-Wallets in der vergangenen Woche rund 360 Millionen XRP eingesammelt, basierend auf On-Chain-Daten von Santiment, so Ali Charts. Starke Akkumulation in einer engen Handelsspanne gilt am Markt häufig als Vorbote erhöhter Aufmerksamkeit, falls ein Ausbruch durch verbesserte Indikatoren unterstützt wird. Auf kürzeren Zeitebenen habe sich ein symmetrisches Dreieck ausgebildet; die Kurskompression deute auf eine mögliche Bewegung von rund 35% hin, sobald die Spanne bricht. Ein Tagesschluss über 1,55 US-Dollar würde nach dieser Lesart das bullische Szenario untermauern und den Weg in Richtung 1,90 US-Dollar öffnen. Kritisch würde es, falls XRP unter die Unterstützungszone bei 1,30 US-Dollar fällt.