Revolut bringt physische Krypto-Karte in Großbritannien und im EWR auf den Markt
Revolut hat am 18. Mai seine erste physische Krypto-Karte gestartet. Zum Auftakt steht sie Nutzerinnen und Nutzern in Großbritannien sowie im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zur Verfügung, wie CoinDesk berichtet.
Die Karte ist direkt mit dem Krypto-Guthaben des Kunden verknüpft. Bei Zahlungen werden die Bestände im Hintergrund automatisch zum Echtzeitkurs in Fiatgeld umgerechnet, der Händler erhält weiterhin seine übliche Landeswährung. Revolut betont, dass die Karte überall dort eingesetzt werden kann, wo Visa und Mastercard akzeptiert werden, ohne dass Kundinnen und Kunden ihre Krypto-Assets vorab manuell in Bargeld umtauschen müssen. Zusätzliche Wechselgebühren für Kartenzahlungen fallen laut dem Unternehmen nicht an; maßgeblich ist der jeweilige Kurs zum Zeitpunkt der Zahlung.
Optisch setzt Revolut auf ein Dogecoin-inspiriertes Design mit LED-Displayeffekten. Das Limit pro Einzeltransaktion liegt bei 100.000 Pfund, zudem sind bis zu 100 Umtauschvorgänge innerhalb von 24 Stunden möglich. Revolut positioniert das Produkt als Schritt, Krypto-Zahlungen näher an das Nutzungserlebnis einer klassischen Debitkarte zu bringen.
Ein praktischer Engpass bleibt die steuerliche Behandlung: In vielen Rechtsräumen gelten Krypto-Zahlungen als Veräußerungsvorgang. Nutzer müssen daher weiterhin Anschaffungskosten und potenzielle Gewinne dokumentieren, insbesondere bei häufigen Kleinbetragskäufen.
Die Einführung fügt sich in die jüngsten regulatorischen und geschäftlichen Fortschritte des Fintechs ein. Revolut erhielt im März dieses Jahres die vollständige Banklizenz in Großbritannien und stellte im selben Monat auch einen Antrag auf eine US-Banklizenz. Erst in der vergangenen Woche erteilte die britische Financial Conduct Authority (FCA) die Genehmigung, gehebelte Anlageprodukte, diskretionäre Portfoliosteuerung und Beratungsleistungen anzubieten.
Revolut zählt weltweit mehr als 70 Millionen Nutzer. Für den Markt der Krypto-Zahlungen signalisiert der Schritt, dass physische Karten nicht mehr nur ein Nischenprodukt krypto-nativer Anbieter sind, sondern zunehmend in größere Retail-Finanznetzwerke vordringen. Eine Ausweitung auf weitere Regionen, insbesondere auf die USA, könnte die Nutzung von Kryptowährungen im Alltagskonsum zusätzlich erhöhen.