Reuters: Nobitex-Gründer sollen mit Familie von Irans Oberstem Führer verknüpft sein

Laut einer Reuters-Recherche vom 3. Mai wurde Irans größte Kryptobörse Nobitex von den Brüdern Ali und Mohammad Kharrazi gegründet. Dem Bericht zufolge nutzten sie bei Registrierung und Geschäftstätigkeit den Alias "Aghamir", um ihre Verbindung zur einflussreichen Familie Kharrazi zu verschleiern. Reuters zufolge pflegt die Kharrazi-Familie seit Langem enge Beziehungen zum Umfeld des Obersten Führers und verfügt über Verbindungen sowohl zu Ali Khamenei als auch zu dessen möglichem Nachfolger Mojtaba Khamenei. Der Großvater der Brüder war demnach Mitglied der Expertenversammlung, die den Obersten Führer ernennt, und zudem Mentor Mojtabas. Ihr Vater soll bei der Gründung der iranischen politischen Organisation Hezbollah mitgewirkt und den Aufbau der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) unterstützt haben. Nobitex zähle inzwischen mehr als 11 Millionen Nutzer und habe den Betrieb auch während landesweiter Internetausfälle und des Kriegs im Iran aufrechterhalten, so Reuters. Analysten schätzen, dass über die Plattform während des Konflikts Kryptotransaktionen im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar abgewickelt wurden, wobei ein erheblicher Teil der Mittel ins Ausland abgeflossen sei. Blockchain-Analysefirmen verweisen darauf, dass Nobitex auch Transaktionen mit Bezug zu sanktionierten Akteuren verarbeitet habe. Die Schätzungen weichen dabei deutlich voneinander ab: Elliptic beziffert verdächtige Mittel auf rund 366 Millionen US-Dollar, Chainalysis auf etwa 68 Millionen US-Dollar. Zudem heißt es in dem Bericht, dass Wallet-Adressen, die Irans Zentralbank zugeordnet werden, im Jahr 2025 Krypto-Vermögenswerte in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar an Nobitex transferiert hätten. Dies werde als Teil der iranischen Bemühungen gewertet, Finanzsanktionen zu umgehen.