Irans Kryptobörse Nobitex: Nähe zu politischen Eliten – Betrieb auch während des Konflikts
Nach Angaben von Odaily Planet Daily steht Nobitex, die größte Kryptowährungsbörse Irans, in Verbindung mit einem einflussreichen Familiennetzwerk nahe der Staatsführung. Recherchen zufolge wurde die Plattform von den Brüdern Ali und Mohammad Kharrazi gegründet. Beide sollen zeitweise den Nachnamen "Aghamir" genutzt haben, um ihre Zugehörigkeit zur Familie Kharrazi zu verschleiern. Dieser Familie werden seit Langem enge Verbindungen zum politischen Machtzentrum des Landes zugeschrieben, einschließlich historischer Bezüge zu Ali Khamenei und seinen Nachfolgern.
Berichten zufolge zählt Nobitex inzwischen mehr als 11 Millionen Nutzer und dominiert den iranischen Kryptomarkt. Die Börse soll zudem während des Konflikts zwischen Iran sowie den USA und Israel weiter betrieben worden sein und Transaktionen selbst während landesweiter Internetausfälle abgewickelt haben. Analysten zufolge lag das Handelsvolumen in dieser Phase bei über 100 Mio. US-Dollar; zugleich sei in erheblichem Umfang Kapital ins Ausland abgeflossen.
Mehrere Onchain-Analysefirmen weisen außerdem darauf hin, dass über Nobitex in der Vergangenheit Transaktionen mit Bezug zu sanktionierten Akteuren gelaufen seien. Die geschätzten Volumina reichen dabei von 22 Mio. bis 366 Mio. US-Dollar. Weitere Daten sollen zeigen, dass Wallets mit Bezug zur iranischen Zentralbank im Jahr 2025 Kryptoassets im Umfang von mehreren Hundert Millionen US-Dollar an Nobitex transferiert haben sollen – mutmaßlich zur Umgehung finanzieller Sanktionen.
Nobitex bestreitet Verbindungen zur Regierung und erklärt, illegale Transaktionen machten nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. (Cointelegraph)