NYT: Telefonate zwischen Argentiniens Präsident Milei und LIBRA-Team vor $4-Mrd.-Rallye und 90%-Crash

TL;DR: Forensische Auswertungen sollen in der Nacht des Token-Starts sieben Telefonate zwischen Javier Milei und dem Lobbyisten Mauricio Novelli registriert haben – noch bevor der Coin offiziell über das soziale Netzwerk X beworben wurde. LIBRA stieg zeitweise auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 4 Mrd. US-Dollar, brach dann um 90% ein. Onchain-Daten deuten darauf hin, dass acht verbundene Wallets am Hoch rund 107 Mio. US-Dollar realisierten. Direkte Verbindungen zwischen dem argentinischen Präsidenten Javier Milei und dem umstrittenen Krypto-Projekt LIBRA rücken stärker in den Fokus. Die New York Times berichtet unter Berufung auf Telefonprotokolle über strategische Abstimmungen des Präsidenten mit Entwicklern vor dem Kollaps des Tokens. Die Bundesermittlungen führen Milei als "person of interest" und prüfen insbesondere Inhalt und Kontext der Kontakte zu Novelli. Milei weist Fehlverhalten zurück und erklärt, seine Beiträge seien privat und nicht amtlich gewesen. Das argentinische Medium El Destape verweist auf Dokumente, die auf einen mutmaßlichen Werbe-Deal im Umfang von 5 Mio. US-Dollar hindeuten; eine Untersuchungskommission im argentinischen Kongress bezeichnete die Rolle des Präsidenten als "wesentliche Zusammenarbeit". Die Affäre befeuert die Debatte über öffentliche Ethik und den Einfluss politischer Akteure auf die Vermarktung und mögliche Manipulation von Memecoins. Zusätzlich löste die Regierung zuletzt eine Taskforce auf, die den Skandal untersuchte – wenige Tage nachdem ein Gericht die Aufhebung des Bankgeheimnisses für Konten des Präsidenten und seines engeren Umfelds angeordnet hatte. Der Fall LIBRA gilt damit als eine der komplexesten juristischen Belastungsproben für die aktuelle Regierung: Extreme Marktvolatilität trifft auf Fragen institutioneller Verantwortung gegenüber internationalen Investoren.