Kalshi und Polymarket treiben Expansion voran und nehmen Perpetual Futures ins Visier

Wie CoinDesk berichtet, will Polymarket sein Angebot um Perpetual Futures erweitern. Das Unternehmen kündigte am Dienstag an, dass Nutzer diese Kontrakte in Kürze auf der Plattform handeln können. Auch der wichtigste Wettbewerber Kalshi soll dem Bericht zufolge einen Einstieg in den Derivatemarkt vorbereiten. Polymarket veröffentlichte auf X ein Video, das Perpetual-Futures-Handel mit mindestens 10x Hebel in Aussicht stellt. Genannt wurden unter anderem Real-World-Assets wie Gold und Silber, Aktien etwa von NVIDIA und Coinbase sowie digitale Vermögenswerte wie Bitcoin. Zu Kalshi hieß es zuletzt, das Unternehmen plane ebenfalls Perpetual Futures. Damit könnten US-Kunden Derivate ohne Laufzeitende handeln und rund um die Uhr aktiv sein; die Abrechnung soll über sogenannte Funding Rates erfolgen. Für die führenden Anbieter im Prediction-Market-Segment würde der Schritt die Plattformen über klassische Wetten auf Politik, Finanzen oder Sport hinaus erweitern und die Geschäftsmodelle verbreitern. Polymarket und Kalshi können derzeit Futures- und Optionshandel im Rahmen des von der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) etablierten "designated contract market"-Regimes anbieten. Unklar ist, ob Polymarket Perpetual Futures auf der US-orientierten Plattform, auf der internationalen Plattform oder auf beiden einführen will. Decrypt bat Kalshi und Polymarket um eine Stellungnahme. Die Entwicklung fällt in eine Phase steigender Aufmerksamkeit für Event- und Derivateprodukte. CME Group, ein globaler Schwergewicht im Derivatehandel, positioniert sich ebenfalls: Anfang des Jahres teilte CME mit, gemeinsam mit FanDuel, dem führenden US-Anbieter für Online-Sportwetten, Event Contracts starten zu wollen. Als Treiber des Interesses gelten auch Aktivitäten im Krypto-Bereich. Laut Dune-Daten wickelte die dezentrale Börse Hyperliquid im vergangenen Monat Derivatehandel im Umfang von 148 Milliarden US-Dollar ab. Hyperliquid erklärte im Februar in einem X-Post, man wolle "outcome trading" unterstützen, um Prediction Markets und optionsähnliche Instrumente auf der Plattform zu ermöglichen. Die Nachfrage sei in beiden Bereichen breit. Im Umfeld krypto-nativer Unternehmen gab es zuletzt teils widersprüchliche Signale zu Derivaten. Kraken veröffentlichte kurz nach einer Ankündigung eine weitere Mitteilung zu Derivateplänen. Coinbase brachte im vergangenen Juli in den USA Bitcoin- und Ethereum-Futures auf Basis der Chicago Mercantile Exchange (CME) an den Start und begann, ähnliche Kontrakte mit einer Laufzeit von fünf Jahren anzubieten. Am Dienstag kooperierte Coinbase zudem mit Gemini beim Start eines Prediction-Markets. Gleichzeitig gerieten beide Unternehmen unter Druck: Der Bundesstaat New York reichte zwei Klagen ein und wirft ihnen vor, durch die Zulassung von sport- und unterhaltungsbezogenen Wettaktivitäten gegen lokale Glücksspielgesetze zu verstoßen.