Polnische Kryptobörse Zondacrypto unter Ponzi-Verdacht: 4.500 BTC verschwunden

ChainCatcher zufolge gerät Polens führende Kryptobörse Zondacrypto wegen mutmaßlichen Betrugs massiv unter Druck. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein seit 2022 vermisster Ex-CEO, der damals den Private Key zu einer Cold-Wallet mit 4.500 Bitcoin mitgenommen haben soll. Der Bestand hat aktuellen Kursen zufolge einen Wert von über 340 Mio. US-Dollar. Der amtierende CEO räumte ein, keinen Zugriff auf die Wallet zu haben. Medienberichten zufolge soll er inzwischen nach Israel geflohen sein. Die Staatsanwaltschaft beziffert mögliche Kundenschäden auf rund 97 Mio. US-Dollar. Onchain-Daten zeigen zudem, dass der Bitcoin-Bestand der Hot-Wallet der Börse seit Mitte 2024 um 99,7% eingebrochen ist. Nutzer berichten seit Monaten über Probleme bei Auszahlungen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk geht davon aus, dass bis zu 30.000 Nutzer betroffen sein könnten. Er warf der Plattform öffentlich vor, mit russlandnahen Geldern finanziert zu sein und Oppositionsabgeordnete unterstützt zu haben, um Polens Krypto-Regulierung zu blockieren. Zondacrypto bezeichnete er als "polnisches Ponzi-System" und kritisierte den Präsidenten dafür, die nationale Umsetzung des EU-Regelwerks MiCA zweimal per Veto gestoppt zu haben. Das habe Polen zu einem "Zufluchtsort für Betrüger" gemacht. Der Verwaltungsrat erklärte, von dem vermissten Ex-CEO keine "verifizierbaren Informationen" erhalten zu haben, und trat geschlossen zurück. Der Gründer gilt seit 2022 als vermisst; ein zuvor genannter Fall mit Entführungsvorwürfen wird weiter untersucht. Der Vorfall dürfte die regulatorische Kontrolle von Kryptobörsen in Polen und der EU insgesamt verschärfen.