Polens Kryptobörse Zondacrypto im Visier der Ermittler: 4.500 BTC verschwunden

Laut BlockBeats steht Polens führende Kryptobörse Zondacrypto seit dem 5. Mai im Fokus einer umfangreichen Betrugsermittlung. Auslöser ist ein seit 2022 vermisster ehemaliger CEO, der den Private Key zu einer Cold-Wallet mit 4.500 Bitcoin mitgenommen haben soll – derzeit im Wert von über 340 Mio. US-Dollar. Der aktuelle CEO räumte ein, dass er keinen Zugriff auf die Wallet hat. Medienberichten zufolge soll er zuletzt nach Israel geflohen sein. Die Staatsanwaltschaft bezifferte die potenziellen Kundenschäden auf rund 97 Mio. US-Dollar. Onchain-Daten zeigen, dass der Bitcoin-Bestand in der Hot-Wallet der Plattform seit Mitte 2024 um 99,7% eingebrochen ist. Nutzer berichten zudem seit Längerem von Problemen bei Auszahlungen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk geht davon aus, dass bis zu 30.000 Nutzer betroffen sein könnten. Tusk warf Zondacrypto öffentlich vor, mit russlandnahen Geldern finanziert worden zu sein und Oppositionsabgeordnete unterstützt zu haben, um Polens Krypto-Regulierung zu blockieren. Er bezeichnete die Plattform als "polnische Version eines Ponzi-Systems" und kritisierte den Präsidenten dafür, Polens lokale Umsetzung des EU-Regelwerks MiCA zweimal per Veto gestoppt zu haben – das habe Polen zu einem "Zufluchtsort für Betrüger" gemacht. Der Vorstand teilte mit, vom verschwundenen Ex-CEO keine "verifizierbaren Informationen" erhalten zu haben, und erklärte geschlossen seinen Rücktritt. Der Gründer gilt seit 2022 als vermisst; ein zuvor erwähnter Fall mit Entführungsvorwürfen wird weiterhin untersucht. Der Fall dürfte den regulatorischen Druck auf Kryptobörsen in Polen und der Europäischen Union erhöhen.