Kraken schließt Bitnomial-Übernahme ab und baut CFTC-zugelassenen Derivate-Stack auf

Kraken hat die Übernahme des in Chicago ansässigen Derivateanbieters Bitnomial abgeschlossen. Damit erhält die Kraken-Mutter Payward die vollständige regulatorische Grundlage, um in den USA Handel, Clearing und Brokerage für Krypto-Derivate in einer integrierten Infrastruktur anzubieten. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Bitnomial-Setup sämtliche zentralen Genehmigungen der US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC): eine Futures Commission Merchant-Lizenz (FCM), den Status als Designated Contract Market (DCM) sowie eine Derivatives Clearing Organization (DCO). Die Kombination ermöglicht es, Orderausführung, Abwicklung und Vermittlung unter einem Dach zu bündeln. Bitnomial habe über mehr als zehn Jahre hinweg an diesen Zulassungen gearbeitet. Payward will die Einführung neuer, regulierter Angebote schrittweise gestalten. Zum Start ist Spot-Margin-Trading auf Kraken vorgesehen; weitere Produkte wie Perpetuals und Optionen sollen später folgen. Der gestufte Ausbau solle Risiken besser steuern und die neue Produktpalette kontrolliert erweitern. Technisch soll Bitnomial mit Kraken, NinjaTrader und der Payward-Business-Plattform verknüpft werden. Banken, Broker und Zahlungsdienstleister sollen damit Krypto-Derivate über einen einzigen Zugangspunkt anbinden können. Ziel ist es, insbesondere institutionellen Marktteilnehmern den Einstieg über eine compliant ausgelegte Infrastruktur zu erleichtern. Die Transaktion fällt in eine Phase zunehmender Konkurrenz im Derivatemarkt. Viele Anbieter versuchen, in den USA strenge Vorgaben zu erfüllen und zugleich handelstaugliche Produkte bereitzustellen. Payward sieht sich mit dem vollständigen Lizenzpaket im Vorteil, da Wettbewerber häufig nicht alle Funktionen von Handel, Clearing und Brokerage aus einer Hand kontrollieren. Eine solche Struktur kann Prozesse vereinfachen und Verzögerungen reduzieren. International hat Payward bereits regulierte Derivateaktivitäten in Großbritannien aufgebaut und seine EU-Services 2025 ausgeweitet. Der Kurs unterstreicht die Ausrichtung auf Märkte mit klaren Regelwerken, während sowohl Kryptofirmen als auch klassische Finanzhäuser ihre Präsenz im Segment ausbauen. Die Bitnomial-Übernahme zählt zu mehreren größeren Deals im Jahr 2026, bei denen Unternehmen bestehende Plattformen erwerben, statt langwierige Lizenz- und Aufbauprozesse neu zu starten. Zuvor hatte Payward eine Investition über 200 Millionen US-Dollar von der Deutsche Börse Group erhalten. Zu den Geschäftszahlen: Unternehmensangaben zufolge erzielte Payward 2025 einen Umsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar, wickelte rund 2 Billionen US-Dollar Handelsvolumen ab und verwahrte zum Jahresende mehr als 48 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern. Bei der ersten Ankündigung wurde der Deal mit bis zu 550 Millionen US-Dollar in bar und Aktien beziffert; die Unternehmensbewertung lag damals bei 20 Milliarden US-Dollar. Nach Closing wurden keine finalen Details veröffentlicht. Zudem hat Payward einen Entwurf eines S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das gilt als Hinweis auf mögliche Vorbereitungen für einen Börsengang, eine endgültige Entscheidung wurde jedoch nicht bekanntgegeben.