Krypto: World Liberty Financial nahm 75 Mio. US-Dollar Kredit mit eigenem WLFI-Token als Sicherheit auf – Insider-Verflechtung mit Dolomite
Onchain-Daten, die CoinDesk ausgewertet hat, zeigen: World Liberty Financial hinterlegte 5 Milliarden WLFI-Token als Sicherheit beim DeFi-Kreditprotokoll Dolomite und lieh sich dafür 75 Mio. US-Dollar in Stablecoins. Anschließend wurden mehr als 40 Mio. US-Dollar an Coinbase Prime überwiesen.
Die hinterlegte Sicherheit wird nominal auf rund 440 Mio. US-Dollar taxiert, der WLFI-Token weist jedoch nur geringe Markttiefe auf. Das erhöht das Risiko fauler Kredite, falls eine Liquidation ausgelöst wird.
Brisant ist die personelle Überschneidung: Dolomite-Mitgründer Corey Caplan ist Berater von World Liberty Financial. Damit besteht eine direkte Insider-Beziehung zwischen Kreditnehmer und Protokoll.
Der Kredit zog den USD1-Pool von Dolomite auf 100% Auslastung, wodurch bestehende Einleger ihre Mittel nicht mehr abziehen konnten. WLFI steht inzwischen für rund 55% der gesamten Angebotsliquidität von Dolomite in Höhe von 835,7 Mio. US-Dollar.
Nach den Transaktionen fiel der WLFI-Token um knapp 10% auf ein Rekordtief. Anfang April wurden zudem weitere 3 Milliarden WLFI-Token im Wert von 266 Mio. US-Dollar an eine separate Gnosis-Safe-Wallet gesendet; ein klares Ziel ist onchain bislang nicht erkennbar.