Mehrere Institute warnen vor möglicher Ölknappheit in Europa bis Monatsende
Mehrere Häuser warnen vor einem schnellen Rückgang der globalen Rohölbestände. Europa könnte nach Einschätzung verschiedener Beobachter bereits bis Ende dieses Monats mit einer Knappheit an Erdölprodukten konfrontiert sein; eine nachhaltige Wiederauffüllung der Lagerbestände werde demnach erst bis Dezember 2027 erwartet.
Jeff Currie, Co-Vorsitzender der Abaxx Commodity Exchange, sagte laut CNBC, der Ölmarkt wirke zwar oberflächlich stabil, doch das Versorgungssystem stehe unter extremem Druck. Europa könne "jederzeit" eine physische Versorgungslücke erleben. Mit Blick auf den bevorstehenden US-Feiertag Memorial Day sowie das britische Spring Bank Holiday rechnet Currie mit einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Diesel, Benzin und Kerosin, was die Lage weiter verschärfen könnte.
Analysten der Société Générale sprechen von einem "trügerischen Gefühl der Stabilität". Die zugrunde liegenden Lager- und Logistiksysteme seien "extrem fragil". Seit der Zuspitzung der US-Iran-Spannungen am 28. Februar sei der Transit durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Selbst bei einer Wiederaufnahme der Schifffahrt Anfang Juni benötigten globale Lieferketten mindestens 52 Tage, um sich zu normalisieren. Verzögere sich die Erholung bis Ende Juni, könnten sich die weltweiten Bestände weiter verschlechtern, den Ölpreis potenziell auf 150 US-Dollar je Barrel treiben und ihn für den Rest des Jahres auf erhöhtem Niveau halten.