New Yorker Richterin setzt Bitcoin-Klage zu 39.069 inaktiven Wallets bis Anhörung im Juli aus

Kernaussage: Richterin Kathy J. King hat am 4. Juni eine Aussetzung in einem Verfahren in New York verfügt, in dem die Eigentumsrechte an 39.069 seit langem inaktiven Bitcoin-Wallets geltend gemacht werden. Anlass war ein Antrag von Ian R. Cohen, einen Amicus-Curiae-Schriftsatz (Friendofthecourt) einzureichen. Die Kläger müssen bis zum 7. Juli Stellung nehmen. In den betroffenen Wallets liegen rund 3,8 Mio. BTC, nach aktuellen Kursen etwa 235 Mrd. US-Dollar. Kläger Noah Doe sowie zwei Unternehmen stützen sich auf das New Yorker Fundrecht (lostandfound law). Eine Anwendung dieses Rechts auf Krypto-Assets wurde von Gerichten bislang nicht entschieden. Galaxy Research beziffert den durchschnittlichen Bestand der gelisteten Wallets auf 97,25 BTC. Zudem ordnet Galaxy rund 21.900 der aufgeführten Adressen mit etwa 1,1 Mio. BTC Aktivitäten zu, die mit Satoshi Nakamotos Wallet-Verhalten in Verbindung gebracht werden. Bedeutung: Ein Präzedenzfall zur Anwendung von Regeln für verlorenes Eigentum auf Bitcoin könnte das Vertrauen in Eigentumsannahmen bei "dormant wallets" sowie gängige Verwahr- und Custody-Prämissen beeinflussen. Marktstimmung: Vorsichtig bullisch, rechtlich getrieben, volatil. Begründung: Die Aussetzung nimmt kurzfristig juristischen Druck aus dem Markt, der Eigentumsstreit bleibt jedoch offen. Vergleichbare Fälle: Tulip Trading argumentierte, Entwickler hätten eine treuhänderische Pflicht, bei der Wiederbeschaffung von rund 111.000 BTC zu helfen. Bitcoin-Core-Entwickler hielten 2023 dagegen, Tulip Trading müsse zunächst das Eigentum nachweisen, bevor das Verfahren voranschreiten könne (Blockworks). Unterschied: In New York wird das Fundrecht gegen inaktive Wallets ins Feld geführt, während sich Tulip Trading auf Entwicklerpflichten nach einem behaupteten Verlust privater Schlüssel konzentrierte. Mögliche Folgewirkung: Eine gerichtliche Öffnung für Ansprüche auf lange inaktive Adressen könnte sich über den Markt hinweg auf Verwahrungserwartungen auswirken. Entscheidend wird, ob das Gericht Bitcoin-Inaktivität als schwaches Indiz für Aufgabe oder Herrenlosigkeit bewertet. Chancen & Risiken: Chancen: Erhält die Sache in der Anhörung am 14. Juli erstmals eine substanzielle Gegenposition, könnten stärkere Argumente zu Eigentumsrechten das Halten von Exposure trotz juristischer Schlagzeilenrisiken stützen. Risiken: Lässt das Gericht die Klage nach der Anhörung am 14. Juli weiterlaufen, kann eine Reduktion der Event-Risiken rund um "dormant wallet"-Schlagzeilen die Abwärtsrisiken aus rechtlicher Unsicherheit begrenzen.