New Yorks Generalstaatsanwältin verklagt Coinbase und Gemini wegen nicht lizenzierter Wett- und Prognosemärkte
Die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York (NYAG), Letitia James, hat am 21. April Klage gegen Coinbase und Gemini eingereicht. Den beiden Krypto-Börsen wirft sie vor, über ihre sogenannten "Prediction Markets" illegale Glücksspielangebote zu betreiben.
Nach Angaben der Behörde ergab eine Untersuchung des Office of the Attorney General (OAG), dass die von Coinbase und Gemini angebotenen Prognosemärkte als unerlaubtes, nicht lizenziertes Glücksspiel einzustufen seien. James forderte beide Unternehmen auf, eine Strafzahlung zu akzeptieren, mutmaßlich rechtswidrige Gewinne herauszugeben und betroffene Kundinnen und Kunden zu entschädigen. "Glücksspiel unter einem anderen Namen bleibt Glücksspiel und ist nach den Gesetzen und der Verfassung unseres Bundesstaats nicht von der Regulierung ausgenommen", erklärte James.
Zudem kritisierte die NYAG Schwachstellen bei der Altersvorgabe von 18/21 Jahren, durch die Minderjährige Zugang zu solchen Plattformen erhalten könnten. Die Behörde warnte, dass die Konfrontation junger Menschen mit Online-Glücksspiel ihre psychische und finanzielle Gesundheit beeinträchtigen könne.
Weiter heißt es, Coinbase und Gemini verfügten nicht über die erforderlichen Lizenzen der New York State Gaming Commission. Dies werfe auch Fragen zu möglichen Umgehungen von Steuerpflichten und zur generellen Geschäftspraxis im Bundesstaat auf.
Coinbase wies die Vorwürfe zurück. Chief Legal Officer (CLO) Paul Grewal kündigte an, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Coinbase und Gemini hatten ihre Wett- bzw. Prognoseplattformen im Zuge des wachsenden Interesses an Prediction Markets rund um die US-Präsidentschaftswahl 2024 aufgebaut. Mitte Dezember 2025 starteten beide ihre jeweiligen Angebote, die nach Unternehmensangaben inzwischen in allen 50 US-Bundesstaaten verfügbar sind.
Während Coinbase und Gemini nun wegen mutmaßlichen Glücksspiels unter Druck geraten, treibt der Wettbewerber Polymarket eigene Pläne voran und kündigte eine native Stablecoin an.
Hintergrund: In der Branche gab es bereits ähnliche Fälle. Polymarket und Kalshi waren in der Vergangenheit ebenfalls eingeschränkt worden und stellten ihre Angebote 2022 bzw. 2025 zeitweise ein. Inzwischen läuft der Betrieb wieder.