Richter in Nevada stoppt Kalshi vorerst – Prognosemarkt darf ohne Lizenz keine Event-Kontrakte anbieten
Ein Richter im US-Bundesstaat Nevada hat Kalshi vorläufig untersagt, in dem Bundesstaat tätig zu sein. Mit einer einstweiligen Verfügung (Temporary Restraining Order) untersagte Richter Jason Woodbury dem Prognosemarkt-Anbieter, Kontrakte an Einwohner Nevadas anzubieten, solange keine staatliche Lizenz vorliegt. Betroffen sind nach Angaben von Reuters Event-Kontrakte mit Bezug zu Sport, Wahlen und Unterhaltung.
Die Glücksspielaufsicht in Nevada wirft Kalshi vor, faktisch einen nicht lizenzierten Sportwetten-Pool zu betreiben. Kalshi hält dagegen, die eigenen Märkte unterlägen als Derivate der Aufsicht der US-Rohstoff- und Terminmarktbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Dieses Argument ließ das Gericht in der aktuellen Verfahrensphase nicht gelten. Stattdessen stellte der Richter klar, Nevada könne seine Glücksspielgesetze durchsetzen, während der Rechtsstreit weiterläuft.
Der Beschluss erhöht den Druck auf Kalshi, das bereits in anderen Bundesstaaten juristisch unter Beschuss steht. Zugleich rückt die Grundsatzfrage in den Fokus, ob solche Event-Kontrakte als Finanzprodukte oder als Glücksspiel zu behandeln sind.
Nevadas Vorgehen begann bereits im Februar: Damals klagte das Nevada Gaming Control Board, um Kalshi das Angebot sportbezogener Event-Kontrakte im Bundesstaat zu untersagen. Die Behörde argumentiert, die Produkte erfüllten die Definition von Glücksspielaktivitäten, für die eine Lizenz erforderlich ist. Nevada drängte auf ein rasches Eingreifen des Gerichts, um den Betrieb bis zur endgültigen Entscheidung zu stoppen. Reuters zufolge gab der Richter dem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz statt.
Die Anordnung ist nicht endgültig, schränkt Kalshis Geschäft in Nevada aber sofort ein und verschafft den Behörden einen frühen Erfolg in einem Verfahren mit potenziell breiter Signalwirkung für Prognosemärkte.
Auch andernorts verschärft sich der Gegenwind: In Massachusetts erließ ein Richter laut Reuters eine einstweilige Verfügung. In Arizona erhoben die Behörden strafrechtliche Vorwürfe wegen des Betriebs eines illegalen Glücksspielgeschäfts; die AP bestätigte, dass dort 20 Anklagepunkte eingereicht wurden. Kalshi positioniert seine Kontrakte als bundesrechtlich regulierte Derivate, während die Bundesstaaten sie als Glücksspiel einstufen.
In Nevada steht der nächste wichtige Termin am 3. April an: Dann will das Gericht prüfen, ob eine längerfristige einstweilige Verfügung erlassen wird. Bis dahin bleibt Kalshi in Nevada gesperrt, und der Grundsatzstreit gewinnt weiter an Gewicht.