US-Aktien brechen ein: Zweifel an Bewertungen von Big Tech und KI nehmen zu

An der Wall Street setzte ein kräftiger Abverkauf ein, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für Mai deutlich stärker ausfiel als erwartet. Der Nasdaq Composite rutschte um rund 4,2% ab und verzeichnete damit den stärksten Tagesverlust seit April 2025. Der S&P 500 gab 2,6% nach, der Dow Jones etwa 1,4%. Insgesamt wurden im S&P 500 schätzungsweise 1,3 bis 1,4 Billionen US-Dollar an Börsenwert ausgelöscht, besonders stark traf es Big Tech und KI-nahe Titel. Der Auslöser: Die US-Nonfarm Payrolls legten im Mai um 172.000 Stellen zu, während der Konsens bei etwa 80.000 bis 90.000 lag. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3%. Die Daten schürten Spekulationen, die US-Notenbank könnte die Zinsen später in diesem Jahr sogar anheben. Entsprechend stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe, da die Märkte ihre Erwartungen an die Geldpolitik neu justierten. Nvidia, als Symbolwert des KI-Booms, verlor etwa 6%. Halbleiterwerte gerieten insgesamt unter starken Druck; ihr Börsenwert sank kumuliert um mehr als 1,3 Billionen US-Dollar. Auch der Kryptomarkt blieb nicht verschont: Bitcoin fiel um rund 3,9% auf etwa 61.156 US-Dollar. Ether korrigierte stärker und rutschte um nahezu 10% auf ungefähr 1.598 US-Dollar. Strategy (früher MicroStrategy), Tesla und Marathon Digital büßten seit ihrem Hoch Anfang Oktober 2025 zusammen rund 62 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung ein. Die gemeinsame Bewertung fiel von etwa 134 Mrd. US-Dollar auf rund 72 Mrd. US-Dollar. Auffällig: Diese "Bitcoin-Treasury"-Aktien gaben stärker nach als Bitcoin selbst. Das unterstreicht, wie kritisch der Markt in einem Risk-off-Umfeld auf gehebelte Krypto-Exponierung blickt. Für Anleger: Der Rückgang von Nvidia um 6% war nicht nur eine Reaktion auf steigende Zinsen. Er spiegelt wachsende Zweifel wider, ob die KI-Umsätze die aktuellen Bewertungen in einem strafferen monetären Umfeld tragen können. Zudem lohnt der Blick auf die Spreizung zwischen Bitcoin und den Bitcoin-Treasury-Aktien. Wenn Strategy schneller fällt als der Basiswert, deutet das darauf hin, dass zusätzliche Risiken eingepreist werden, etwa erzwungene Verkäufe, Verwässerung oder die Einsicht, dass Bewertungsaufschläge in Abschwüngen schnell verschwinden.