Mt. Gox verlagert 10.306 BTC im Wert von rund 730,8 Mio. US-Dollar – neue Spekulationen über Gläubiger-Auszahlungen

Die insolvente japanische Kryptobörse Mt. Gox hat in der Nacht zu Dienstag erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder Onchain-Aktivität gezeigt. Nach Daten von Arkham Intelligence wurden rund 10.306 BTC (etwa 730,8 Mio. US-Dollar) aus Cold-Wallets an eine nicht gekennzeichnete Adresse transferiert. Parallel gingen 116,3 BTC (rund 8,25 Mio. US-Dollar) an das Hot Wallet der Börse. Beide Bewegungen erfolgten laut Arkham gegen 4:47 Uhr UTC. Arkham weist den Großteil des Transfers an eine neue Adresse aus, die derzeit als "unspent" markiert ist – die Coins wurden demnach noch nicht weiterbewegt. Die 116,3 BTC im Hot Wallet gelten dagegen als "spent", was auf eine erneute Weiterleitung im Netzwerk hindeutet. Diese Unterscheidung wird von Marktbeobachtern genutzt, um einzuschätzen, ob Mittel ruhen oder bereits in Umlauf geraten. Der Zeitpunkt der Transfers rückt die Gläubiger-Auszahlungen erneut in den Fokus. Nach mehr als einem Jahrzehnt eingefrorener Vermögenswerte warten Gläubiger auf Fortschritte bei der Verteilung. Neue Auszahlungen können kurzfristig Liquidität und Verkaufsdruck beeinflussen, falls Empfänger Teile ihrer BTC nach Erhalt veräußern. Laut Arkham hält Mt. Gox weiterhin rund 34.504 BTC im Gegenwert von etwa 2,41 Mrd. US-Dollar, verteilt auf mehrere Wallets. Das Rehabilitationsverfahren wird von einem Treuhänder gesteuert, der die Rückzahlungen an Gläubiger überwacht. Die Abwicklung startete im Juli 2024, wobei die Begleichung über Partnerbörsen Kraken und Bitstamp organisiert wurde. Der Zeitplan wurde mehrfach verlängert; als aktuelle Frist für den Abschluss der Gläubiger-Rückzahlungen gilt der 31. Oktober 2026. Der Kollaps von Mt. Gox im Jahr 2014 zählt zu den prägenden Ereignissen der Krypto-Geschichte. In der Hochphase wickelte die Plattform einen großen Teil des weltweiten BTC-Handels ab. Das Verschwinden von Hunderttausenden Coins löste eine jahrelange regulatorische und mediale Aufarbeitung aus. Zwar wurde später ein Teil der Mittel wiedergefunden, große BTC-Bestände befinden sich aber weiterhin im Rehabilitationsprozess. Marktumfeld: Bitcoin nahe 70.000 US-Dollar, zusätzliche Abgabefaktoren Die aktuelle Bewegung fällt in eine Phase, in der Bitcoin nahe der Marke von 70.000 US-Dollar gehandelt wird. Zuletzt sorgten auch Unternehmensaktivitäten für zusätzlichen Angebotsdruck: Strategy verkaufte dem Bericht zufolge 32 BTC für rund 2,5 Mio. US-Dollar – der erste gemeldete Verkauf seit einem steuergetriebenen Vorgang im Jahr 2022 – und reduzierte damit den Bestand leicht, um Ausschüttungen auf Vorzugsaktien zu stützen. Zudem meldete die an der Nasdaq notierte ProCap Financial einen weiteren Verkauf von etwa 52 BTC zur Finanzierung eines Aktienrückkaufs von 2 Mio. Aktien, ausgeführt zu einem Preis von rund 50% Abschlag auf den Nettoinventarwert. Worauf der Markt als Nächstes achtet Entscheidend bleibt die Taktung der Mt.-Gox-Auszahlungen sowie mögliche Updates des Treuhänders. Onchain-Transfers aus bekannten Mt.-Gox-Adressen gelten als Frühindikator für anstehende Auszahlungen. Gleichzeitig dürfte die BTC-Preisreaktion davon abhängen, ob der Markt zusätzliche Coins als potenziellen Verkaufsdruck einpreist. Mit Blick auf die Frist am 31. Oktober 2026 werden Anleger auf Zwischenmeilensteine, weitere Anpassungen des Zeitplans und die Übereinstimmung zwischen öffentlichen Treuhänder-Informationen und Blockchain-Bewegungen achten.