MSTR fällt vorbörslich um 5%: Strategy verkauft erstmals seit vier Jahren 32 BTC
Die Aktie von Strategy (MSTR) geriet zum Wochenstart unter Druck, nachdem das Unternehmen um Michael Saylor erstmals seit vier Jahren wieder Bitcoin veräußert hat. Vorbörslich am Montag, 1. Juni, lag MSTR zeitweise 5,4% im Minus. Am Markt sorgt vor allem der Kursrutsch unter den 200-Wochen-Durchschnitt für Unruhe.
Laut den jüngsten Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC verkaufte Strategy zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 Bitcoin für rund 2,5 Mio. US-Dollar. Es ist der erste operative BTC-Verkauf zur Sicherung der Liquidität seit der Veräußerung von 704 BTC im Dezember 2022, die damals im Rahmen eines Tax-Loss-Trade erfolgte. Diesmal dienen die Erlöse der Finanzierung von Dividendenverpflichtungen aus dem STRC-Vorzugsaktienprogramm.
Trotz der Transaktion hält Strategy weiterhin 843.706 BTC. Auf Basis aktueller Marktpreise entspricht das einem Wert von rund 60,8 Mrd. US-Dollar. Zusätzlich platzierte das Unternehmen im selben Zeitraum im Rahmen seines At-the-Market-(ATM)-Programms 801.994 Class-A-Stammaktien und nahm damit etwa 128 Mio. US-Dollar ein. Verkäufe über die ATM-Fazilitäten für Vorzugsaktien meldete Strategy nicht. Zudem beziffert das Unternehmen seine Cash-Reserve auf 900 Mio. US-Dollar.
Strategy bestätigte außerdem eine jährliche Dividendenrate von 11,50% auf die STRC-Vorzugsaktien und kündigte Barausschüttungen über alle Vorzugsaktien-Serien hinweg an.
An der Börse war MSTR zuletzt volatil: Am Freitag, 29. Mai, schloss die Aktie noch rund 7% höher und näherte sich der Marke von 160 US-Dollar. In der Vorbörse am Montag fiel sie wieder deutlich zurück und testete die wichtige Unterstützung um 150 US-Dollar. Auf Monatssicht liegt MSTR bereits mehr als 10% im Minus. Zusätzlicher Druck kam auf, nachdem CEO Phong Lee Anfang Mai erklärt hatte, ein BTC-Verkauf könne in Betracht gezogen werden.
Technisch verschärft der Bruch unter den 200-Wochen-Durchschnitt die Diskussion: Gelingt keine rasche Rückeroberung, sehen Marktbeobachter erhöhtes Abwärtsrisiko, als nächste größere Unterstützung gilt der Bereich um 135 US-Dollar.
Auch Bitcoin stand nach den Nachrichten unter Druck und rutschte unter 70.000 US-Dollar. Bei anhaltender Schwäche sind weitere Rückgänge nicht ausgeschlossen.
In der Krypto-Community löste der Schritt trotz der geringen Größenordnung Debatten aus: Die 32 BTC entsprechen nur rund 0,004% der Bestände. CNBC-Moderator Jim Cramer kommentierte, Strategy (Micro) habe Bitcoin im Volumen von 2,5 Mio. US-Dollar verkauft und man müsse die pro-Bitcoin-Haltung angesichts des Einflusses von Strategy auf den Markt womöglich neu bewerten; Manipulationsvorwürfe hielt er für überzogen.
Der Bitcoin- und Makroinvestor Brett Kessler sprach dagegen von einer Überreaktion. Der Verkauf sei Teil des Liquiditäts- und Bilanzmanagements und kein Zeichen nachlassender Überzeugung. Strategy habe hohe Dividendenverpflichtungen aus STRC; kleine BTC-Verkäufe seien aus Managementsicht vorteilhafter, als zusätzliche Aktien zur Finanzierung der Ausschüttungen auszugeben. Kessler verwies zudem darauf, dass Strategy nur wenige Tage zuvor Bitcoin im Gegenwert von rund 43 Mio. US-Dollar zugekauft habe, während der jetzige Verkauf lediglich die kurzfristigen Cashflow-Pflichten abdecke.