Morgan Stanley startet Bitcoin-Spot-ETF MSBT am 8. April: 0,14% Gebühr und Hinweis auf bis zu 4% Krypto-Allokation
Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Registrierungserklärung für den Morgan Stanley Bitcoin Trust (Ticker: MSBT) für wirksam erklärt. Der Spot-Bitcoin-ETF soll am 8. April an der NYSE Arca den Handel aufnehmen. Morgan Stanley reichte am selben Tag den finalen Prospekt ein. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bestätigte auf X den Handelsstart. Seit der ersten S-1-Einreichung im Januar vergingen damit nur rund drei Monate.
MSBT startet mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,14% und positioniert sich damit als günstigster Bitcoin-Spot-ETF in den USA. Zum Vergleich: Grayscale Bitcoin Mini Trust 0,15%, Bitwise BITB 0,20%, ARK/21Shares ARKB 0,21%, BlackRock IBIT und Fidelity FBTC jeweils 0,25%, Grayscale GBTC 1,5%. Bei 100.000 US-Dollar Anlagevolumen entspricht der Kostenvorteil gegenüber IBIT laut Darstellung etwa 110 US-Dollar pro Jahr. Gebühren gelten als eines der wenigen echten Unterscheidungsmerkmale, da Spot-Bitcoin-ETFs Bitcoin direkt halten und den Kassapreis nachbilden. Als Beispiel für die Wirkung hoher Kosten wird Grayscales GBTC genannt: Seit der Umwandlung in einen ETF im Januar 2024 habe sich das verwaltete Vermögen von rund 29 Mrd. US-Dollar etwa halbiert.
Zur Struktur des Produkts: Der Fonds hält Bitcoin direkt und orientiert sich am CoinDesk Bitcoin Benchmark, maßgeblich am New-York-Settlement um 16:00 Uhr. Hebel, Derivate oder aktive Handelsstrategien sind nicht vorgesehen. Coinbase fungiert als Verwahrer und Prime Broker, BNY Mellon übernimmt Cash-Verwahrung und Fondsadministration. Das Seed-Kapital liegt bei rund 1 Mio. US-Dollar und entspricht 50.000 Creation-Baskets. MSBT ist der 12. Spot-Bitcoin-ETF seit dem Start der ersten Welle im Januar 2024 und der erste, der von einer großen US-Bank selbst emittiert und gelistet wird. Bislang kamen die Produkte vor allem von Asset Managern oder kryptonativen Anbietern.
Als entscheidender Hebel gilt weniger die Gebühr als das Vertriebsnetz: Rund 16.000 Finanzberater von Morgan Stanley verwalten etwa 6,2 Bio. US-Dollar an Kundengeldern (konzernweit werden rund 9,3 Bio. US-Dollar an Kundenvermögen genannt). MSBT soll vom ersten Handelstag an über diesen Kanal platzierbar sein. Balchunas bezeichnete die Beraterbasis als "captive audience" im Bitcoin-ETF-Markt und verwies darauf, dass Fidelity zwar ebenfalls einen Teilvertrieb über Berater habe, Morgan Stanley aber in einer anderen Größenordnung agiere. Amy Oldenburg, Leiterin Digital-Assets-Strategie, hatte zuvor erklärt, dass etwa 80% der Handelsaktivität in Krypto-ETFs von Privatanlegern und nicht aus beraterverwalteten Mandaten stamme.
Der Global Investment Committee von Morgan Stanley empfahl Kunden zuvor eine Krypto-Allokation von 0 bis 4% im Portfolio. Phong Le, CEO von Strategy (vormals MicroStrategy), skizzierte auf X ein aggressiveres Szenario: Bei 6,2 Bio. US-Dollar Kundenvermögen und 2% Allokation könnten potenziell rund 160 Mrd. US-Dollar in Bitcoin fließen, nahezu das Dreifache des aktuellen verwalteten Vermögens von BlackRocks IBIT. Er bezeichnete MSBT als "Monster Bitcoin". Wann und in welchem Umfang Beraterempfehlungen tatsächlich in großem Stil umgesetzt werden, bleibt offen. Üblicherweise sind dafür zusätzliche Schritte nötig, etwa Compliance-Freigaben, Anpassungen von Anlagerichtlinien und Kundenaufklärung.
MSBT steht zudem im Kontext einer breiteren Krypto-Strategie. Im Januar beantragte Morgan Stanley sowohl Bitcoin- als auch Solana-Spot-ETFs und danach einen "staked" Ethereum-ETF. Im Februar folgte ein Antrag auf eine nationale Trust-Bank-Lizenz (Morgan Stanley Digital Trust), um Verwahrung, Handel und Staking von Digital Assets direkt anbieten zu können. Für Privatkunden plant die Bank, über die Plattform E*Trade in der ersten Hälfte 2026 den Spot-Handel in Bitcoin, Ethereum und Solana zu ermöglichen, in Kooperation mit Zero Hash. Jed Finn, Leiter Wealth Management, nannte den direkten Kryptohandel "die Spitze des Eisbergs" und deutete weitere Angebote wie Verwahrung, Wallets und tokenisierte Vermögenswerte an. Konzernchef Ted Pick soll sich zur Produktentwicklung bereits mit dem US-Finanzministerium ausgetauscht haben.
In der Reddit-Krypto-Community löste die Nachricht rege Diskussionen aus. Einige Nutzer werteten einen selbst emittierten Bitcoin-ETF von Morgan Stanley als Signal, dass traditionelle Finanzhäuser Bitcoin als Anlageklasse zunehmend aktiv annehmen. Andere verwiesen auf messbare Kriterien: Handelsvolumen am ersten Tag sowie Mittelzuflüsse im ersten Monat dürften zeigen, ob das Vertriebsnetz tatsächlich in realen Allokationen mündet.