MicroStrategy steigt wieder in Bitcoin-Käufe ein – Saylor rechnet 20 Jahre lang mit rund 30% p.a.
MicroStrategy, der nach eigenen Angaben größte Corporate-Bitcoin-Treasury weltweit unter Gründer Michael Saylor, hat die wöchentlichen BTC-Käufe nach einer Pause vor dem Earnings-Call am 5. Mai wieder aufgenommen. Parallel sorgt Saylor erneut mit einer Langfrist-Prognose für Schlagzeilen: Er erwartet, dass Bitcoin in den kommenden 20 Jahren im Schnitt um etwa 30% pro Jahr zulegen könnte – ein Szenario, das den Wert der ohnehin umfangreichen Bestände des Unternehmens deutlich nach oben treiben würde.
Bestand und jüngste Käufe
MicroStrategy hält derzeit rund 818.869 BTC. Der Bestand wird mit etwa 66,5 Mrd. US-Dollar bewertet; die durchschnittlichen Anschaffungskosten liegen bei 75.540 US-Dollar je Bitcoin. Seit Anfang April kamen mehr als 56.770 BTC hinzu. Darunter war am 20. April ein Kauf über 34.164 BTC an einem Tag – der bislang größte Zukauf des Jahres. Vor der Ergebnisveröffentlichung wurde der Kaufplan kurzzeitig ausgesetzt, inzwischen läuft die regelmäßige Akkumulation wieder.
Saylors Annahmen und die rechnerische Wirkung
Saylor bekräftigt seine Sicht, dass Bitcoin über die nächsten zwei Jahrzehnte um etwa 30% jährlich steigen könne. Zuvor hatte er zudem erklärt, BTC könne innerhalb von vier bis acht Jahren langfristig auch 1 Mio. US-Dollar erreichen. Unter der vereinfachenden Annahme eines konstanten jährlichen Wachstums von 30% (und ausdrücklich ohne Berücksichtigung realer Volatilität oder Kursausschläge) würde der Treasury-Wert durch Zinseszinseffekte stark anwachsen. Als illustrative Meilensteine werden genannt:
- 2027: ca. 86,45 Mrd. US-Dollar
- 2030: ca. 189,82 Mrd. US-Dollar
- 2035: ca. 705,20 Mrd. US-Dollar
- 2046 (20 Jahre): ca. 16,43 Bio. US-Dollar
Diese Werte verdeutlichen den exponentiellen Effekt des Zinseszinses, basieren aber auf einem gleichmäßigen, ununterbrochenen Anstieg und berücksichtigen keine Marktzyklen, Verwässerung, Corporate Actions, Steuern oder weitere praktische Faktoren.
Finanzierung der Käufe
MicroStrategy setzt die BTC-Käufe weiter über das STRC-Programm zur Platzierung von Vorzugsaktien um. Zum 14. Mai meldete das Unternehmen den Erwerb zusätzlicher 10.339 BTC für geschätzte 847 Mio. US-Dollar. In einem weiteren Update wurde ein Kauf von 14.155 BTC bekanntgegeben, finanziert durch rund 1,16 Mrd. US-Dollar aus STRC-Verkäufen. Analysten verwiesen darauf, dass einzelne jüngste Transaktionen die täglich neu geminte BTC-Menge um ein Vielfaches übertroffen hätten – ein Hinweis auf die Größenordnung institutioneller Nachfrage.
Marktbedeutung
Die fortgesetzte Akkumulation und Saylors öffentlichkeitswirksamer Langfrist-Optimismus halten MicroStrategy im Zentrum der Debatte um Bitcoin-Allokationen in Unternehmensbilanzen und die Dynamik institutioneller Nachfrage. Große, wiederkehrende Käufe eines einzelnen börsennotierten Unternehmens können Liquidität und Marktstimmung beeinflussen. Gleichzeitig unterstreicht der Buy-and-hold-Ansatz über lange Zeiträume die Rolle von Bitcoin als alternativer Wertspeicher für Teile institutioneller Treasury-Strategien.
Hinweise
Die genannten Projektionswerte dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognosen. Sie setzen ein ununterbrochenes Wachstum von 30% pro Jahr voraus. Die Kursentwicklung von Bitcoin war historisch stark volatil; künftige Ergebnisse sind unsicher. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.