MicroStrategy erwägt Bitcoin-Verkäufe zur Finanzierung eines Anleiherückkaufs über 1,5 Mrd. US-Dollar

MicroStrategy hat am Freitag angekündigt, rund 1,5 Mrd. US-Dollar seiner 0%-Convertible Senior Notes mit Fälligkeit 2029 für voraussichtlich 1,38 Mrd. US-Dollar in bar zurückzukaufen. Der Rückkauf erfolgt damit unter Nennwert. In einem 8-K-Filing nennt das Unternehmen als Finanzierungsquellen verfügbare Liquidität, Erlöse aus dem At-the-Market-(ATM)-Aktienprogramm sowie ausdrücklich "potenziell den Verkauf von Bitcoin". Diese Formulierung gilt als bemerkenswerte Tonänderung, nachdem CEO Michael Saylor noch wenige Monate zuvor auf der Bitcoin 2026 betont hatte, ein möglicher Verkauf würde durch zusätzliche Käufe mehr als kompensiert: "Even if we were to sell one Bitcoin, we'd be buying 10 to 20 more Bitcoin." Die wichtigsten Eckdaten: - Rückkauf: ca. 1,5 Mrd. US-Dollar 0%-Convertible Senior Notes 2029 für geschätzte 1,38 Mrd. US-Dollar in bar. - Finanzierung: vorhandene Barmittel, ATM-Programm und möglicherweise Bitcoin-Verkäufe. - Bitcoin-Bestand: 818.869 BTC, angeschafft zu durchschnittlich rund 75.537 US-Dollar je Coin. - Anleihedetails: Emission im November 2024 mit einem Nominalvolumen von 3 Mrd. US-Dollar und einem Wandlungspreis von 672,40 US-Dollar je MSTR-Aktie. Bei Kursen um 183 US-Dollar gilt eine Wandlung als unwahrscheinlich, weshalb Gläubiger die Papiere mit Abschlag zurückgeben. - Jüngste Käufe: zuletzt plus 535 BTC (Stand: 10. Mai). JPMorgan schätzt, dass sich die gesamten Bitcoin-Käufe des Unternehmens im Jahr 2026 auf bis zu 30 Mrd. US-Dollar belaufen könnten. - Bilanzstrategie: Der Rückkauf ist Teil eines mehrjährigen Programms, mit dem Saylor den rund 8,2 Mrd. US-Dollar schweren Schuldenblock "equitizing" will. - Ausgewiesene Gewinne: bislang 63.410 BTC "Bitcoin Gain" in 2026, bewertet mit etwa 5,1 Mrd. US-Dollar zu aktuellen Preisen. - Marktreaktion: MSTR fiel im vorbörslichen Handel um rund 2%, parallel zum Rückgang von Bitcoin auf etwa 80.400 US-Dollar. Für Investoren erhöht die explizite Nennung von Bitcoin-Verkäufen als Liquiditätsoption die Relevanz der Maßnahme: Ein Abbau von unter Pari gehandelter Verschuldung könnte die Bilanz stärken, ohne neue Aktien auszugeben. Gleichzeitig würde ein Verkauf durch einen der größten Bitcoin-Halter potenziell zusätzliches Angebot in den Markt bringen. Beobachter dürften daher kommende Einreichungen und On-Chain-Bewegungen genau verfolgen, um zu sehen, ob aus der Offenlegung konkrete Schritte werden.